Windpark Langenberg liegt auf Eis

Baunatal. Einen Windpark auf dem Langenberg wird es in nächster Zeit nicht geben - laut den beteiligten Kommunen aus Tierschutzgründen.

Als Grund für die Absage an das seit mehreren Jahren in der Planung befindliche Projekt werden die Gefährdung von brütenden Rotmilan-Paaren und das Vorkommen des Wespenbussards in dem Gebiet genannt.

Die Planungen für die Windanlagen der Kommunen Baunatal, Gudensberg, Edermünde und Niedenstein sowie der VR-Bank Chattengau und des Verbands-Energiewerk Korbach (VEW) werden vorerst nicht weiter verfolgt, berichtete Erste Stadträtin Silke Engler (SPD) kürzlich im Stadtparlament.

Jüngste naturschutzrechtliche Untersuchungen hätten ergeben, dass mehrere Brutpaare des Rotmilans und des Wespenbussards ihren Lebensraum im Bereich des Windparks haben, erläuterte Engler auf eine Anfrage im Parlament von Lothar Rost (Die Grünen).

Die Horste der Vögel lägen zwar außerhalb des geplanten Windparkgeländes und stünden in den bisherigen gutachterlichen Untersuchungen dem Bau der Windräder nicht entgegen, erläuterte die Vizebürgermeisterin weiter. Neuste Erkenntnisse hätten aber ergeben, dass eine Beeinträchtigung der Lebensräumne der Greifvögel durch den Betrieb der Windräder nicht ausgeschlossen werden könne. „Außerdem hat sich die Anzahl der Brutpaare gegenüber den bisherigen Untersuchungen erhöht. Damit ruht das Projekt bis auf weiteres“, sagte Engler.

Das Vorhaben stand schon davor unter keinem guten Stern. Bald nach dem Start der Planungen für mehrere 200 Meter hohe Windräder auf dem Langenberg meldete sich die Bundeswehr zu Wort. Die Heeresflieger in Fritzlar sahen Bedenken darin, dass die Rotoren den Flugbetrieb der Hubschrauber stören könnte .

Eigentlich sollte der Windpark mit vier bis sechs Anlagen, die zwischen 22,7 und 26,2 Millionen Euro kosten sollten, bis Ende 2015 stehen. Die vorgesehenen Anlagen seien so hoch, „dass die Anfliegbarkeit des Flugplatzes Fritzlar bei Sinkflug nicht gegeben ist“, argumentierte die Bundeswehr Mitte 2014.

Mehrere Monate wurden die verschiedenen Szenarien mit der Bundeswehr abgeglichen. Inzwischen sei eine Einigung erzielt worden, berichtete Engler. Jetzt habe die Stadt G udensberg als koordinierende Kommune mitgeteilt, dass das Projekt vorerst nicht weiter verfolgt werde. Die potenziellen Betreiber hätten entschieden, den Belangen des Natur- und Artenschutzes absoluten Vorrang einzuräumen.

Nach Angaben des Baunataler Rathauses ist das Vorhaben damit immer noch nicht ganz vom Tisch. Das Gebiet des Langenbergs sei weiterhin aufgrund der vorherrschenden Windgeschwindigkeiten sehr gut geeignet und im Entwurf des Teilregionalplans Energie als Vorrangfläche für Windkraft aufgeführt, heißt es. Die VEW Korbach als ein an der Planung beteiligter Partner werde deshalb die Realisierung des Projektes weiterhin prüfen und die Entwicklungen beobachten.

Rubriklistenbild: © Archivfoto: dpa

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