Zeitzeugen erinnern sich an Stadtgründung Baunatals 1966

Erinnerungen: Lehrer Wolfgang Teetz (von links), Wolfgang Brückmann, Harald Tromp und Wolfgang Gade waren beim feierlichen Auswechseln der Ortsschilder 1966 dabei. Foto: Kühling

Baunatal. An die Stadtgründung Baunatals erinnern sich Wolfgang Brückmann, Wolfgang Gade und Harald Tromp noch genau. Denn sie waren dabei als die Ortsschilder ausgetauscht wurden.

Gemeinsam mit ihren Mitschülern und Klassenlehrer Wolfgang Teetz und den Offiziellen der Stadt waren sie am 1. Juli 1966 von der Mittelpunktschule Baunatal (heute THS) losgezogen, um die Ortsschilder an den Eingängen der neuen Stadtteile auszutauschen. Rückblickend sprechen sie von Volksfeststimmung und vielen gut gelaunten Menschen. Auf einen Aufruf kürzlich in der HNA meldeten sie sich. Gemeinsam erinnern sie sich im Gespräch in der Redaktion an die Zeit vor 50 Jahren.

„Es war eine tolle Zeit. Ein klasse Zusammenhalt“, sagt Harald Tromp (63, Hertingshausen). „Es war ein Mit- und kein Gegeneinander.“ Das bestätigt auch Klassenlehrer Wolfgang Teetz (78, Altenbauna): „Es gab vor allem eine gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern.“ Genau das spiegelt sich auch am Tag der Stadtgründung wider, wie der Betrachter der historischen Fotos gut erkennen kann.

Schulleiter Henner Pflug habe einen guten Draht ins Rathaus und zu Bürgermeister Horst Werner gehabt. Von dort sei der Vorschlag gekommen, den feierlichen Austausch der Ortsschilder zu begleiten, berichtet Teetz, der von 1965 bis 2002 an der Schule als Lehrer tätig war. „Das war ein richtiges Fest“, sagt Wolfgang Brückmann (64, Altenbauna). „Wir sind von Altenbauna nach Großenritte gelaufen.“ Harald Tromp ergänzt. „Es muss so gegen 14 Uhr gewesen sein. Es war wie ein Volksfest.“

Die Stadtgründung 1966 war der Zusammenschluss der Großgemeinde Baunatal mit der Gemeinde Großenritte. Schon 1964 hatten sich die Orte Altenbauna, Altenritte und Kirchbauna zur Gemeinde Baunatal vereint. 1971 kommt Hertingshausen zur Stadt hinzu. 1972 wird die Gemeinde Buchenhagen, die aus den Orten Rengershausen und Guntershausen besteht, angeschlossen.

Der Fußmarsch nach Großenritte mit den feiernden Baunatalern ging vom Rathaus aus durch das Leiselfeld. Die Straße gebe es heute nicht mehr, erläutert Wolfgang Teetz. Diese habe bis zum Friedhof in Großenritte geführt. Die zwei Kilometer seien ein Kinderspiel gewesen, sagt Harald Tromp mit einem Augenzwinkern. „Da waren wir jung und knusprig. Da hat uns das nichts ausgemacht.“

Als er mit seiner Familie 1964 wegen des aufstrebenden VW-Werks nach Altenbauna gezogen sei, habe der Ort noch zahlreiche Bauernhöfe gehabt, erinnert sich Wolfgang Gade (64, Elgershausen. Und Harald Tromp ergänzt: „Das ganze Einkaufszentrum gab es noch gar nicht.“

Für die heutige Zeit wünschen sich die ehemaligen Schulkameraden, dass sich die Jugendlichen wieder mehr für die Gesellschaft interessieren. „Die Handy-Generation ist abgekapselt“, sagt Tromp. Bei der Stadtgründung, betont Wolfgang Brückmann, „waren wir begeistert, dass wir mitmachen durften“.

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