Im Baunataler EAM-Jugenddorf finden Azubis eine Unterkunft

Nachbarn und Kollegen: Mirco Damm (von links), Jens Holubiec und Marcel Tripp wohnen im EAM-Jugenddorf. Fotos: De Filippo

Baunatal. Der Beginn einer Ausbildung ist ein Wendepunkt im Leben von Jugendlichen. Sie müssen allein zur Arbeitsstelle fahren und manchmal sogar die erste eigene Wohnung beziehen. Erwachsensein auf Knopfdruck. Bei EAM ist das anders.

Die Auszubildenden des Energieversorgers können in einem Jugenddorf in Baunatal wohnen - nur wenige Schritte von der Lehrwerkstatt entfernt. Zurzeit nehmen 35 junge Menschen dieses Angebot in Anspruch.

Seit 33 Jahren gibt es die Wohnanlage an der Rudolf-Diesel-Straße. Entstanden ist sie auch aus ganz praktischen Gründen. „Unser Netzgebiet ist recht groß - von Niedersachsen bis Rheinland-Pfalz. Wir versuchen deshalb immer, Auszubildende aus all diesen Regionen zu rekrutieren“, erklärt Beate Lopatta-Lazar, Leiterin des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei EAM. Weil die Entfernung zu den jeweiligen Heimatorten jedoch oft sehr groß sei, habe man einen zentralen Wohnort für die Jugendlichen schaffen wollen. Einen Ort, an dem sie leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen können. Während ihrer Zeit im EAM-Jugenddorf werden die Auszubildenden rundum betreut: Zwei Sozialpädagogen des Christlichen Jugenddorfwerks, die ebenfalls in der Anlage wohnen, sind ihre Ansprechpartner. Es gibt gemeinsame Mahlzeiten und ein wöchentlich wechselndes Freizeitprogramm - von Mathe-Nachhilfe über Fußball und Selbstverteidigungskurse bis hin zu kulturellen Ausflügen. Es gibt einen Fitnessraum und eine Sauna. „Der Team-Gedanke ist uns sehr wichtig. Und gemeinsame Erlebnisse schweißen zusammen“, sagt Betreuer Sofyen Gharbi.

Überhaupt fallen die Begriffe „Gemeinschaft“ und „Team“ sehr oft im Gespräch mit EAM-Mitarbeitern. „Wir sehen es als unsere Verantwortung an, jeden einzelnen Jugendlichen zu unterstützen“, sagt Beate Lopatta-Lazar. Und wer in seiner Freizeit viel mit anderen unternehme, dem falle später auch das Arbeiten im Team leichter.

Seit über zwei Jahren lebt Mirco Damm im Jugenddorf. Der Ausbildende zum Elektroniker für Betriebstechnik bewohnt ein Einzelzimmer. Groß ist es nicht, aber es ist alles vorhanden, was man im Alltag braucht: Bett, Schreibtisch, Kühlschrank und Gemeinschaftsbad. Nebenan gibt es einen Gemeinschaftsraum mit Fernseher. „Ich komme aus Schwalmstadt. Die Möglichkeit, im Jugenddorf zu wohnen, ist sehr praktisch für mich“, sagt der 20-Jährige. Zudem sei das familiäre Miteinander angenehm.

Erst vor wenigen Wochen hat Jens Holubiec seine Lehre bei EAM begonnen. Er habe durch einen Freund von der Möglichkeit erfahren, während der Ausbildung in einer unternehmenseigenen Unterkunft zu leben. „Von meinem Heimatort Hann. Münden wäre der tägliche Weg zum Ausbildungsort viel zu weit gewesen.“

Rund 100 junge Menschen werden zurzeit beim Energieversorger EAM ausgebildet - darunter auch einige Lehrlinge von Partnerunternehmen. Die Ausbildung in gewerblichen Berufen findet in Baunatal statt, wo die Jugendlichen in direkter Nachbarschaft zur Lehrwerkstatt im Jugenddorf wohnen können. EAM bildet in folgenden Berufen aus: Elektroniker für Betriebstechnik, Industriekauffrau / -kaufmann, Kauffrau / Kaufmann für Büromanagement. Auch ein duales Studium in den Bereichen Wirtschaftswissenschaft oder Elektrotechnik ist möglich. Für das kommende Ausbildungsjahr sind noch Bewerbungen möglich. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.eam.de

Von Pamela De Filippo

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