16.600 Hektar 

Behörde: Im Sommer Entscheidung über Flächen für Windkraft

Kreis Kassel. Nach langer Verzögerung soll noch im Mai die Bewertung von 32.000 Einsprüchen gegen die vorgesehenen Flächen für Windkraftanlagen in Nord- und Osthessen vorgelegt werden.

Beim Regierungspräsidium ist man optimistisch, dass die Regionalversammlung in diesem Sommer über den Regionalplan Energie entscheiden wird. 

Auf 188 Flächen sollen in Nord- und Osthessen Windräder entstehen können. Die Größen der so genannten Vorranggebiete, die im Entwurf für den Regionalplan Energie ausgewiesen sind, summieren sich auf 16.600 Hektar. In den Vorranggebieten würde die Stadt Kassel (107 Quadratkilometer) also 1,5 Mal Platz finden.

Die Pläne haben viele Gegner auf den Plan gerufen: Dem Regierungspräsidium Kassel (RP) als zuständiger Behörde liegen insgesamt 32.000 Einsprüche vor. Bei der ersten Offenlegung des Regionalplans Energie im Jahr 2013 waren es mit insgesamt 15.000 nicht einmal halb so viele. Allein 10.000 Einsprüche stammen aktuell aus dem Landkreis Kassel. Bereits vor einem Jahr, im Mai 2015, war die Einspruchsfrist für die zweite Runde abgelaufen.

Der seinerzeit vom RP angekündigte Zeitplan für die Bewertung geriet allerdings schnell aus den Fugen. Im Herbst 2015 sollte die Regionalversammlung eigentlich eine Entscheidung über die Standorte fällen. Dies war aber nicht möglich. Der Grund: Seitens des RP wurde der Termin für den Abschluss der Bewertung immer wieder verschoben. Jetzt gibt es einen neuen Termin: Noch im Mai will die Behörde das Ergebnis vorlegen, sagte RP-Sprecher Michael Conrad am Freitag auf HNA-Anfrage. Und auch noch einen weiteren Termin nannte Conrad: Noch vor der Sommerpause soll die Regionalversammlung über den Regionalplan Energie entscheiden.

Ziel sei es, dass die Entscheidung noch von der alten Regionalversammlung getroffen wird. Ansonsten müssten sich die neuen Abgeordneten erst in die Materie einarbeiten, sagte Conrad. Die neue Versammlung - das Gremium dient das Bindeglied zwischen der kommunalen Seite und der Landesplanung - wird sich nach der Sommerpause konstituieren, und zwar auf der Grundlage des Ergebnisses der Kommunalwahl vom März dieses Jahres.

Gegenwärtig bedürfen Windkraftanlagen mit einer Höhe von mehr als 50 Metern einer Genehmigung nach dem Bundesimmissionschutzgesetz. Die meisten Windkraftanlagen, die zurzeit errichtet werden, sind gut 200 Meter hoch. Nach der Verabschiedung des Regionalplans Energie dürfen außerhalb der Vorranggebiete keine Windkraftanlagen mehr errichtet werden.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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