Bergshäuser Brücke: Nun sind es fünf Varianten

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Dauerlärm: Die Bergshäuser Autobahnbrücke der A 44 über die Fulda durchschneidet den Ort und sorgt dort für große Lärmprobleme. Die marode Brücke wird abgerissen und neu gebaut. Die Anwohner fordern, die neue Brücke weiter entfernt zu errichten.

Fuldabrück. Die marode Bergshäuser Brücke der A44 über die Fulda wird abgerissen und neu errichtet. Das hat das Bundesverkehrsministerium schon vor Jahren entschieden. Offen ist allerdings, wo genau die neue Brücke entstehen soll.

Während die Planer im Auftrag von Bund und Land bisher drei Varianten untersuchen, stellte der Fuldabrücker Prof. Günter Hesse jetzt in Bergshausen zwei neue Varianten vor. Danach soll die Autobahnbrücke weiter von dem Ort wegrücken, um die großen Lärmprobleme zu lösen.

Günter Hesse

In Fuldabrück beschäftigt die Standortfrage zurzeit viele Menschen. Etwa 100 Anwohner der bestehenden Brücke kamen jüngst zusammen, um sich auf Einladung von „Fulle-Marie“-Wirt Jochen Gries über ihre Position zum Brückenstandort auszutauschen. Ergebnis des Abends: Die meisten Anwohner wollen den Abriss der alten Brücke, aber keine neue Brücke haben.

Die Gemeindevertretung hatte sich Anfang Februar mehrheitlich für Variante 2 (eine südliche Verschwenkung, die Abstand zur Bergshäuser Wohnbebauung hält) entschieden; damals waren aber nur die ersten drei Varianten im Gespräch. „Es geht hier um uns, egal welcher Partei man angehört“, sagte Anwohner Wolfgang Marth bei dem Treffen auf Kritik an dieser Parlamentsentscheidung.

Prof. Günter Hesse beschäftigt sich bereits seit geraumer Zeit mit Alternativen zu den drei Planungsvarianten. Das Ergebnis seiner Arbeit sind die weiteren Varianten 4 und 5, die er bereits der Gemeinde sowie dem Landesplanungsamt Hessen Mobil vorgestellt hat. Die Linienführungen der neuen Varianten sind so gewählt, dass Bergshausen nicht tangiert wird, sondern der Autobahnverkehr die Fulda weiter südlich quert. Laut Hesse bringen sie in puncto Lärmschutz und Schadstoffbelastung deutliche Vorteile gegenüber den drei bestehenden Varianten.

Variante 1, bei der die Brücke am alten Standort neu gebaut würde, und Variante 2, die die Bergshäuser Wohngebiete am Rande streifen würde, seien aus Lärmschutzgründen heute nicht mehr vertretbar, meint Hesse. Die dritte Variante, die Bergshausen in einem Bogen umfährt, sei die noch „am wenigsten schlechte“. Die von Prof. Hesse vorgestellten neuen Varianten stießen bei den Fuldabrückern auf großes Interesse. Die Anwohner gründeten eine Arbeitsgruppe, die Hesse in seinen Bemühungen unterstützen will und eine Interessengemeinschaft plant.

Laut Ralf Struif, der bei Hessen Mobil für die Planung der Bergshäuser Brücke zuständig ist, wird in der noch laufenden Entscheidungsphase keine Variante favorisiert. „Wir prüfen alle Vorschläge sorgfältig“, sagte er. Auch Untersuchungen zu Verkehrsprognosen würden einbezogen. Struif: „Egal, wie wir uns letztendlich entscheiden, es wird deutliche Verbesserungen gegenüber der derzeitigen Lärmbelastung ergeben.“

Infos/Kontakt: Jochen Gries, Tel. 05 61/58 36 47

Von Sabine Büntig und Holger Schindler

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