Bio-Müll: Landkreis will Energie-Schatz heben

Die Biokompostierungsanlage in Lohfelden: 33 000 Tonnen Bio-Abfälle werden hier jedes Jahr in Gas und Wärme umgewandelt – Energie für umgerechnet 1600 Haushalte. Archivfoto: Wohlgehagen

Vor allem Küchenabfälle landen noch zu oft im Restmüll - Neue und preiswerte Abfalltüten sollen das Trennen erleichtern

Kreis Kassel. In Sachen Küchenabfall-Entsorgung will der Landkreis Kassel noch besser werden. Zwar zählen die Bewohner des Landkreises Kassel schon zu den Landesmeistern, wenn es um das Trennen von Bio-Abfall geht (225 Kilogramm pro Einwohner und Jahr, 136 Kilogramm im Landesdurchschnitt). „Dennoch lässt sich beim Thema Küchenabfall noch so mancher Schatz heben“, sagt Vizelandrätin Susanne Selbert.

Denn gerade in Küchenabfällen steckt noch enorm viel Energie, die für die Strom-, Gas- und Wärmeproduktion genutzt werden kann. „Schon eine Bananenschale liefert Energie für anderthalb Stunden Licht“, sagt Selbert.

Es geht also um Fisch-, Fleisch-, Brot- und Kuchenreste, Obst- und Gemüseabfälle, gekochte und nicht gekochte Speisereste wie auch Kaffeefilter und Teebeutel, die noch viel zu häufig im Restmüll statt in der Bio-Tonne verschwinden. „Wir haben festgestellt, dass Bürger viel eher Küchenabfälle fachgerecht sammeln und entsorgen, wenn wir nur ein bisschen Hilfe geben“, sagt Jenny Werner, Abfallberaterin beim Landkreis.

So sehen die Hilfen aus: Gesonderte Bio-Abfallbeutel, 25 Stück, wasser- und geruchsdicht, reißfest und verschließbar, aus verrottbarer pflanzlicher Stärke, werden für nur einen Euro angeboten. Einen 10-Liter-Sammelbehälter für die Küche gibt es für 3,30 Euro und die großen Bio-Tonnen für draußen kosten gar nichts. „Die Entsorgung des Bio-Abfalls wird komplett über die Restabfallgebühr finanziert“, sagt Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebs Abfallentsorgung Kreis Kassel.

Für den Landkreis Kassel geht das Konzept auf. „Wir haben das alles in den Jahren 2014 und 2015 in Vellmar getestet und wir stellen fest: Werden diese kleinen Hilfen angeboten, landen deutlich weniger Küchenabfälle in der Restmülltonne. Vorher waren es 50 Prozent, inzwischen sind es nur noch 25 Prozent. Doch auch diese 25 Prozent gilt es noch als Schatz zu heben. „Schaffen wir das, werden wir weitere 250 Haushalte mit Energie versorgen können - gespeist nur aus Küchenabfällen“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. 55 000 Tonnen Bio-Abfall fallen jährlich im Landkreis an - darin sind die Küchenabfälle mit eingerechnet. Die Abfälle werden zum größten Teil zur Biogasanlage zur Gas- und Wärmegewinnung nach Lohfelden gebracht, der Rest kommt in Kompostierungsanlagen in Fuldatal-Rothwesten und Hofgeismar.

Von Boris Naumann

Information

Die Bio-Beutel zum Vorsortieren gibt es in den Größen:

10 Liter, 25 Stück: 1 Euro

120 Liter, 10 Stück: 5 Euro

240 Liter, 10 Stück: 7 Euro

Verkaufsstellen:

• Stadt- und Gemeindeverwaltungen des Landkreises Kassel

• Kassel, Kreishaus, Wilhelmshöher Allee 19 - 21

• Hofgeismar, Entsorgungszentrum, Kirschenplantage 1

• Lohfelden, Vollmarshausen, Biokompostierungsanlage, Sandwiesen 5

• Fuldatal, Rothwesten, Biokompostierungsanlage, Gut Eichenberg 12

Mehr Infos unter:

Tel. 0561 / 1003-1133

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.