Blitzer-Warnschilder kommen zum 31. August

So sehen sie aus: Mit diesen Schildern will Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) die Autofahrer vor Blitzern warnen. Die Schilder sollen bis Ende August aufgestellt werden. Archivfoto: dpa
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So sehen sie aus: Mit diesen Schildern will Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) die Autofahrer vor Blitzern warnen. Die Schilder sollen bis Ende August aufgestellt werden.

Niestetal / Lohfelden /Fuldabrück / Schauenburg. Die umstrittenen Warnschilder vor fest installierten Blitzanlagen werden im Altkreis Kassel pünktlich zu dem von Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) geforderten Stichtag 31. August aufgestellt.

Das erklärte Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, auf HNA-Anfrage. „Die Beschaffung läuft“, so der Sprecher. Das Land lässt sich die Schilder, die nach der Lesart des Ministers Autofahrer vor „Radar-Abzocke“ schützen und gleichzeitig der Verkehrssicherheit dienen sollen, laut Sinemus hessenweit 100.000 Euro kosten. Im Altkreis Kassel werden die Warnschilder in vier Kommunen aufgestellt: in Niestetal, Fuldabrück, Lohfelden und Schauenburg.

Der Vorstoß, für den Rentsch harsche Kritik erntet, stößt auch in den Rathäusern auf Unverständnis.

Niestetal

„Die Radar-Warnschilder halte ich im Fall der stationären Anlagen an den Ortseingängen von Niestetal für überflüssig“, sagte Bürgermeister Andreas Siebert (SPD). Den meisten Verkehrsteilnehmern seien die Standorte bekannt. Mittlerweile komme es dort „kaum noch zu Geschwindigkeitsüberschreitungen“, sagte Siebert, „insofern haben die Anlagen ihren Zweck erfüllt“.

In Niestetal werden spätestens Ende August an vier Stellen die Warnschilder installiert sein, und zwar vor den Blitzern beiderseits der Straßen von Heiligenrode zum Sensenstein, nach Uschlag sowie an den Ortsrändern von Sandershausen (Straße nach Spiekershausen und Landwehrhagen).

Fuldabrück

„Ich weiß nicht, was das soll. Ich sehe keine Notwendigkeit dafür“, sagte der Fuldabrücker Hauptamtsleiter Achim Mihr. Die Gemeinde werde die Schilder aber nicht verhindern können, weil die Blitzgeräte an einer Landesstraße stehen, damit sei Fuldabrück nicht zuständig.

Die Gemeinde betreibt am Ortseingang Dörnhagen in der Melsunger Straße zwei Blitzer. „Das funktioniert wunderbar“, sagt der Hauptamtsleiter. „Die Autofahrer fahren jetzt langsamer“, das Ziel der Tempo-Reduzierung habe man erreicht.

Lohfelden

Die Gemeinde Lohfelden hat an vier Standorten stationäre Blitzanlagen installiert: Zwei befinden sich an der Crumbacher Straße (Jugendzentrum am Ortseingang Crumbach und Grüne Mitte), je ein Standort ist am Hammelsberg (Ortseingang Ochshausen) und an der Welleröder Straße (Ortseingang Vollmarshausen). Da dies ausschließlich Kreisstraßen sind, ist die Gemeinde für die Beschilderung nicht zuständig.

„Wir sind außen vor“, sagte Lohfeldens Hauptamtsleiter Kai Hast der HNA. Wenn Warnschilder aufgestellt werden sollen, dann müsse das Hessen Mobil tun, das Land müsse es zahlen. Das Vorhaben selbst wolle er nicht kommentieren, sagte Hast.

Schauenburg

„Nichts“, lautet die knappe Antwort von Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) auf die Frage, was sie von der Aktion des Verkehrsministers hält. Schilder und Blitzer, das sei „doppelt gemoppelt“ - und: „Wer sich an das vorgeschriebene Tempo hält, hat nichts zu befürchten.“ In Schauenburg stehen Blitzanlagen in beiden Richtungen an den Ortsrändern von Martinhagen (Straße nach Wolfhagen) und Elgershausen (Richtung Kassel-Bad Wilhelmshöhe).

Harsche Kritik übt man auch im Kreishaus. Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) zweifelt an der Rechtmäßigkeit der von Rentsch angeordneten Beschilderung.

Auch an der Bundesstraße 7 bei Kaufungen und Helsa werden laut Hessen Mobil Radarwarner aufgestellt. In dem einst unfallträchtigen Abschnitt wird die Einhaltung von Tempo 80 in jeder Fahrtrichtung von jeweils zwei Starenkästen kontrolliert. Diese werden im Wechsel mit Radargeräten bestückt. Die Kombination aus Tempolimit und Geschwindigkeitskontrollen hat auf der B 7 zu einem starken Rückgang bei den Unfällen geführt.

Mitbürger
(1)(0)

Die Schilder sind ja nur vor fest installierten Anlagen aufzustellen, also einfach mal 100 Meter weiter einen mobilen Blitzer aufstellen und schon wird die Stadt oder Gemeindekasse zur genüge gefüllt werden ;-) und es trifft vor allem die die sich mit Vorsatz nicht an die Regeln halten.

Feuerkraft01
(6)(0)

Welch sinnvolle Anweisung, diese Landesregierung setzt sich aber auch Denkmäler einfach nur der helle Wahnsinn man kann sie bestimmt gleich unter die Kirchenschilder oder Atomwaffensperrgebiet aufhängen.

ichweissalles
(5)(0)

Dieser Komiker hat doch mal die Idee geäußert, dass die Kosten von den jeweiligen Kommunen getragen werden sollen. Ist da eigentlich nich etwas dran? Bin ja mal gespannt, ob zumindest diese FDP - Kritik die Zensur der HNA übersteht.

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