Brot aus historischem Gewölbe 

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Wieder voll funktionstüchtig: Volker Luckhard, Vorsitzender des Geschichts- und Museumsvereins Fuldatal, zeigt das historische Backhaus in Wilhelmshausen, in dem nach der Sanierung wieder gebacken werden kann.

Fuldatal. Wenn im Fuldataler Ortsteil Wilhelmshausen an manchen Tagen wieder der Duft von frisch gebackenem Brot und Kuchen in der Luft liegt, dann könnte das am Geschichts- und Museumsverein (GuM) Fuldatal liegen.

Mit unermüdlichem Arbeitseinsatz und der Unterstützung vieler Helfer ist es dem Verein gelungen, das historische Backhaus an der Kötnerei in Wilhelmshausen zu sanieren.

Wann das heutige Kulturdenkmal genau errichtet wurde, ist nicht gewiss. Laut dem Vereinsvorsitzenden Volker Luckhard stammt das kleine Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist eines der wenigen im Landkreis Kassel erhaltenen Backhäuser. Schon zu Beginn des neuen Jahrtausends wollte der GuM das historische Backhaus sanieren, doch der damalige Besitzer des Grundstücks stimmte den Plänen nicht zu. 2012 ging der Besitz an eine neue Eigentümerin über, die mit der öffentlichen Nutzung des Grundstücks und der Restaurierung des Backhauses unter Federführung des Vereins einverstanden war.

Nach Rücksprache mit der Fachwerkberatung des Landkreises Kassel, dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen sowie fachkundigen Handwerkern aus der Umgebung ging es im Frühjahr 2014 los. Über 700 Arbeitsstunden haben die ehrenamtlichen Helfer seitdem in die Restaurierung gesteckt. „Besonders hat es uns gefreut, dass sich viele Wilhelmshäuser an der Arbeit beteiligt haben“, sagt Luckhard.

Das verwilderte Grundstück wurde zugänglich gemacht und rund um das Backhaus, das unmittelbar an der Ufermauer des Mühlbaches steht, eine Drainage gelegt. Anschließend musste das Haus begradigt werden. Morsche Pfosten wurden zum Teil durch Steine ersetzt, das Dach neu gedeckt und der Schornstein neu gemauert.

Das alte Gewölbe des Ofens blieb erhalten und bekam von außen einen neuen Putz aus Lehm und Stroh. Etwa 10 000 Euro hat die Sanierung nach Angaben von Luckhard insgesamt gekostet. Finanzielle Unterstützung gab es vom hessischen Denkmalschutz, der das Projekt mit 5000 Euro förderte. Der Landkreis Kassel gab einen Zuschuss von 1000 Euro und der Verein selbst steckte etwa 2500 Euro in die Restaurierung. Der Rest wurde über Spenden aus der Bevölkerung finanziert.

Mühsames Aufheizen

„Jetzt ist das Backhaus wieder funktionsfähig. Und es wurde auch schon darin gebacken“, erklärt Luckhard. Ganz einfach ist das aber nicht. Bereits am Vorabend des eigentlichen Backtages beginnt das langsame Aufheizen des Ofens. Und weil dafür eine Menge Holz benötigt wird, lohnt sich das Backen im Backhaus nur bei größeren Brot- und Kuchenmengen. Bei Festen war der Ofen bereits im Einsatz, und auch der Kochclub Kassel hat das Backhaus schon für eine Backaktion genutzt.

Abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. „Gerade bei den Außenanlagen muss noch etwas geschehen“, sagt Luckhard. Geplant ist unter anderem ein großer, fest installierter Tisch vor dem Backhaus sowie ein Gartenhäuschen, in dem der nötige Holzvorrat, Werkzeuge und Ähnliches gelagert werden können.

Info: Wer selbst einmal eine Kostprobe versuchen möchte, der sollte das Backhaus an der Kötnerei in Wilhelmshausen am Tag des offenen Denkmals am 11. September besuchen. Von 11 bis 17 Uhr lädt der GuM dann zu einer Veranstaltung am Backhaus ein, bei der natürlich auch so manches gebacken wird.

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