Niestetaler Hundebesitzer fürchten um ihre Tiere – Polizei vermutet örtlichen Täter – Mehr Streifen unterwegs

„Die Angst läuft ständig mit“

Knapp dem Tod entronnen: Labrador-Rüde Hasso (Mitte) und Cita (rechts) überlebten das Rattengift nur, weil sie rasch zum Tierarzt kamen. Vitali (links) hatte vor einem Jahr vergiftete Köder gefressen, die bei Sandershausen ausgelegt worden waren. Aus Furcht vor dem unbekannten Täter wollten die Niestetaler Hundehalter nicht mit Namen genannt werden, auch die Namen der Tiere wurden deshalb geändert. Foto:  Stier

Niestetal. Wenn Marianne Bader ( Namen von der Redaktion geändert) mit ihrer Hündin Cita am Fuldaufer in Sandershausen spazieren geht, ist eine unsichtbare Begleiterin immer dabei: „Die Angst läuft ständig mit“, sagte die Niestetalerin, seit ihre zwei Jahre alte Hündin am vorigen Samstag mit Rattengift versetzte Köder fraß und nur knapp einem qualvollen Tod an innerer Verblutung entging.

Baders belgischer Schäferhund, den sie erst im März von der Mau-Wau-Insel geholt hat, hat genauso viel Glück gehabt wie Labrador Hasso von Tanja Schmidt. Der sieben Jahre alte Rüde hatte ebenfalls am Samstag vergiftetes Fleisch gefressen. Die Hunde erhielten beim Tierarzt Spritzen, die heftiges Erbrechen auslösten und das Gift aus dem Körper holten. Beide Hunde brachen im Verlauf der Verhandlung geschwächt zusammen und erholen sich erst allmählich von der massiven Vergiftung.

Bisher waren die ortsnahen Fuldaauen bei Sandershausen beliebter Treffpunkt der Hundefreunde. Hier konnten ihre Tiere frei laufen und spielen. Doch seit hier immer wieder Tierfutter oder Gehacktes gefunden wurde, in dem sich das körnige Rattengift befand, herrscht große Verunsicherung.

Entsprechend groß sind Wut und Empörung in Niestetal. Nachbar Rainer Krause, dessen Hund Vitali schon vor einem Jahr Opfer vergifteten Futters wurde und erst in letzter Minute gerettet wurde: „Wer so etwas, macht ist ein absolut geistesgestörter Mensch.“ Die Polizei hat inzwischen zwar einige Hinweise erhalten, aber noch keine „heiße Spur“, berichtete Sprecher Wolfgang Jungnitsch. „Wir gehen aber davon aus, dass es sich um einen örtlichen Täter handelt“, sagte Jungnitsch der HNA.

Einen Zusammenhang zu den Vorfällen in Espenau, wo drei Hunde an Gift starben, sieht der Polizeisprecher nicht. Die Vorgehensweise der Täter sei völlig unterschiedlich.

Im Bereich Mühlenweg und Im Mühlenfeld seien inzwischen an drei Stellen Giftköder gefunden worden. Jungnitsch appellierte an die Hundehalter, ihre Tiere an der Leine zu führen und ungewöhnliche Beobachtungen sofort zu melden (0561 - 9100).

Sowohl Polizei als auch das Niestetaler Ordnungsamt fahren und laufen verstärkt Streife. Bisher, so Sandra Römer, seien aber an keiner anderen Stelle in der Gemeinde Giftköder gefunden worden, obwohl immer wieder besorgte Bürger anriefen und verdächtige Dinge meldeten. Römer: „Die Menschen sollen aber trotzdem anrufen, lieber einmal zu viel als zu wenig.“

Von Thomas Stier

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