Claudia Riemann aus Ahnatal tritt als Chansonsängerin in Nordhessen auf – Schon zwei CDs aufgenommen

„Die Bühne ist ein Stück Heimat“

Chansons sind ihre Leidenschaft: Die Ahnataler Sängerin Claudia Riemann steht seit Jahren auf den Bühnen Nordhessens. Foto: Weber

Ahnatal. Die Augen funkeln, wenn Claudia Riemann von ihrer Berufung erzählt. Seit mittlerweile neun Jahren steht die Ahnatalerin nun auf der Bühne. „Das war schon immer mein sehnlichster Wunsch“, sagt sie. Verwirklicht hat sie diesen erst spät.

Traum ging in Erfüllung

Schon als Kind sang sie leidenschaftlich Chansons. Doch statt sich direkt einer Gesangskarriere zu widmen, machte sie eine Ausbildung zur Erzieherin und zog zwei Söhne groß. Der Zufall ließ sie ihren Traum schließlich doch noch erfüllen: Eine Freundin bat sie, ihr Können auf einer Feier zu zeigen. Vor 50 Gästen gab sie gemeinsam mit einem Pianisten ihr Bestes – und das kam an. „Machen Sie das professionell?“, wurde sie von mehreren Anwesenden gefragt. Das gab den Startschuss für ihre späte Bühnenkarriere.

Angeborene Leidenschaft

Sie nahm Gesangsunterricht, bis ihre Lehrerin ihr mitteilte, sie habe nun nichts mehr zu lernen, trat auf mehreren Bühnen in und um Kassel auf. Immer im Geiste Hildegard Knefs, Marlene Dietrichs oder Zara Leanders. Sie bezeichnet dies als „angeborene Leidenschaft“, wobei ihr die Texte der Chansons wichtig sind. „Diese Lebensnähe, diese Tiefe, das finde ich sonst nirgends.“

Seitdem tritt sie ungefähr 15 Mal pro Jahr auf und verlässt Nordhessen hin und wieder: Es ging schon nach Erfurt, Jena und sogar nach Antwerpen und Schweden. Dort traf sie auf Angehörige Zara Leanders – etwas ganz Besonderes für sie. „Ich versuche, dem Publikum meine Leidenschaft weiterzugeben, es spüren zu lassen, wie sehr ich das liebe, was ich tue“, sagt sie mit Begeisterung. Dazu singt sie nicht nur, sondern erzählt auch Biografisches der Künstler – und auch mal von sich selbst. Die Bühne ist für sie „ein Stück Heimat“. Das Lampenfieber sei mittlerweile gar nicht mehr so schlimm. Aber wenn sie die Emotionen des Publikums sehe und dessen Rührung bemerke, dann sei es das jedes Mal wert gewesen. „Ich habe auch schon Tränen gesehen“, drückt sie ihre Faszination aus.

Zwei CDs aufgenommen

Regelmäßig tritt sie mit den Kasseler Musikern Welf Kerner und Julia Reingardt auf. Mit ihnen hat sie mittlerweile zwei CDs aufgenommen, die sie bei ihren Konzerten verkauft. Ein paar eigene Lieder sind mittlerweile Bestandteil ihres Programms mit den beiden. Ein eingespieltes, gleichzeitig aber kreatives Team ist ihr sehr wichtig. Auf die beiden könne sie sich immer verlassen, betont sie. „Eigentlich mache ich keine Pläne“, sagt sie, aber mit ihrem Team stehe doch einiges an. Eventuell ein Jazzprogramm oder ein bisschen was Regionales – oder beides oder etwas ganz anderes. Riemann lässt sich nicht gern festlegen. Deswegen weiß sie auch noch nicht, wie lange sie weitermacht: „Solange ich mich dabei wohlfühle“, sagt sie.

Mit ihrer Musik will sie den Menschen Mut machen, sich selbst zu verwirklichen und ihre Träume zu leben. Davon kann sich der Zuhörer bei ihrem neuen Programm „Hildegard Knef – ’ne Dame werd’ ich nie“ überzeugen.

Nächster Auftritt von Claudia Riemann in der Region: Sonntag, 24. April, 17 Uhr, Bürgerhaus Hessisch Lichtenau.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.