Unfälle mit Verletzten oft auf B 7-Auffahrten bei Kaufungen

An diesen Stellen kracht es im Altkreis Kassel am häufigsten

Vellmar. Die Kreuzung Harleshäuser Straße/Hamburger Straße in Vellmar, an der sich am Mittwoch vor zwei Wochen ein Autounfall mit einer Schwerverletzten ereignet hatte, „zählt mit Blick auf die Unfallstatistik zu den gefährlichsten Knotenpunkten im ganzen Landkreis".

Das sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Darüber seien sich die Straßenverkehrsbehörde des Kreises, der Baulastträger Hessen Mobil wie auch die Polizei einig.

Weitere Unfallschwerpunkte im Altkreis Kassel:

KAUFUNGEN I: Die Auffahrt auf die B7 in Richtung Helsa von der Kaufunger Straße (L 3203) kommend. Dort haben sich im Jahr 2014 drei Verkehrsunfälle jeweils mit Schwerverletzten ereignet. Bislang sind noch keine Maßnahmen zur Entschärfung der Verkehrssituation vor Ort vorgesehen. „Dieser Bereich steht zunächst unter Beobachtung“, sagt Kühlborn.

KAUFUNGEN II: Die Auffahrt auf die B7 in Richtung Kassel von Oberkaufungen (Theodor-Heuss-Straße) kommend. Dort hat es 2014 sieben Verkehrsunfälle gegeben, einige sogar mit Todesfolge. „Baulich soll hier die Griffigkeit der Fahrbahndecke auf der Beschleunigungsspur verbessert werden“, sagt Kühlborn.

KAUFUNGEN/NIESTE: Gefährlich ist hier die gesamte Kreisstraße zwischen Kaufungen und Niestetal (K 6). Vor allem machen hier Wildunfälle Probleme – „allein neun Stück hat es im Jahr 2014 gegeben“, sagt Kühlborn, „meist wurden sie wegen überhöhter Geschwindigkeit verursacht“.

SCHAUENBURG-BREITENBACH/HABICHTSWALD-EHLEN: Auch hier gilt der gesamte Landstraßenabschnitt (L 3220) zwischen Ehlen und Breitenbach als gefährlich. 2014 hat es hier drei schwere Verkehrsunfälle – auch mit Todesfolge – gegeben. „Ein Schild weist dort inzwischen auf eine Alternativroute hin“, sagt Kühlborn.

FULDABRÜCK-DÖRNHAGEN/FULDABRÜCK-DENNHAUSEN: Zu Wildunfällen kommt es regelmäßig auf dem gesamten Streckenabschnitt der K 16 – sechs Stück im Jahr 2014. „Auch hier wird weiter beobachtet“, sagt Kühlborn. Zu hohe Geschwindigkeit sei in der Regel die Unfallursache. „Mehr als entsprechende Hinweisschilder aufstellen kann man eigentlich nicht tun“.

FULDATAL-IHRINGSHAUSEN: Gefährlich ist dort die Einmündung der Niedervellmarschen Straße in die Landstraße in Richtung Niedervellmar (L 3234). An der Kreuzung sind 2014 sechs Unfälle passiert. In drei Fällen gab es Sachbeschädigungen und es war Alkohol im Spiel. „Dort wurde inzwischen ein Stoppschild aufgestellt“, sagt Kühlborn.

HINTERGRUND: Mindestens fünf Unfällen pro Jahr

Per Definition liegt erst dann ein Unfallschwerpunkt (oder Unfallhäufungspunkt) vor, wenn sich auf einer Straßenstrecke von 300 Metern Länge oder auf einer Kreuzung binnen eines Jahres mindestens fünf Verkehrsunfälle eines Typs (zum Beispiel mit Schwerverletzten) ereignen. Ein Unfallschwerpunkt liegt auch dann vor, wenn auf einem 300-Meter-Streckenabschnitt oder einer Kreuzung innerhalb von drei Jahren mindestens drei Unfälle mit Schwerverletzten passieren.

Diese Definition ist nicht als Richtlinie zu verstehen, sondern dient der Orientierung für die zuständigen Behörden. Regelmäßig kommen Hessen Mobil, die Straßenverkehrsbehörde des Kreises sowie die Polizei zu einer Unfallkommission zusammen, um aktuelle Unfalldaten mit Blick auf mögliche Häufungspunkte hin zu prüfen. Die Kommission berät auch über einzuleitende Sicherheitsmaßnahmen wie das Aufstellen von Ampeln, die Optimierung von Straßenmarkierungen oder Beschilderungen bis hin zu baulichen Veränderungen an Straßen und Kreuzungen.

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