Zwei Jahre nach dem Start: EAM hat jetzt knapp 40.000 Kunden

Kassel. Der Regionalversorger EAM hat inzwischen 38.500 Strom- und Gaskunden. Das erklärte Geschäftsführer Georg von Meibom am Freitag beim Jahrespressegespräch des Unternehmens in Kassel.

Gegenüber dem April 2015, als die EAM letztmals Zahlen nannte, bedeutet dies einen Zuwachs um 28 500 Kunden. Wie berichtet, war das aus dem Energieversorger Eon Mitte hervorgegangene Unternehmen vor zwei Jahren ohne einen einzigen Kunden gestartet.

Der Grund: Die zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen als neue Eigentümer hatten bei der 700 Millionen Euro teuren Übernahme aus finanziellen Gründen auf den Kauf der Vertriebssparte verzichten müssen. Die Kunden blieben also beim Eon-Konzern.

WERBEKAMPAGNE 

Dass bislang knapp 40 000 Kunden gewonnen werden konnten, führt EAM-Chef von Meibom nicht zuletzt auf eine große Werbekampagne zurück. Darin räumt das kommunale Unternehmen mit dem weit verbreiteten Irrtum unter Eon- Kunden auf, sie seien mit dem Verkauf Kunden der EAM geworden. Auch im Vergleich mit anderen kommunalen Versorgern, die ohne Kunden begannen, sei die erreichte Zahl „nicht so schlecht“, sagte der Geschäftsführer. Mittelfristig wolle man im Geschäftsgebiet Grundversorger werden. Das ist derjenige, der über die meisten Kunden verfügt.

JURISTISCHER STREIT 

Die Tatsache, dass die EAM (neuer Slogan „100 Prozent hier“) die Rathäuser der Anteilseigner (auch 112 Städte und Gemeinden haben Anteile übernommen) für die Akquise nutzt, bescherte dem Unternehmen juristische Auseinandersetzungen. Mehrere Konkurrenten hätten die EAM deshalb „mit Prozessen überzogen“, so von Meibom. „Bislang haben wir aber alle gewonnen“. Sieben Verfahren seien noch nicht entschieden.

UMSATZ UND GEWINN 

Der Löwenanteil an dem Umsatz des EAM-Konzerns in Höhe von 988 Millionen Euro (2014: 884 Millionen Euro) entfiel auch vergangenes Jahr auf die Erlöse für die Durchleitung von Strom und Gas. Der Anteil wird mit rund 90 Prozent beziffert. Als Gewinn weist der Geschäftsbericht 44 Millionen Euro aus (2014: 30 Millionen Euro).

Problem Windenergie 

Sorgen bereiten nach Auskunft des für die Netze zuständigen Geschäftsführers Thomas Weber die sich abzeichnenden Änderungen bei der Förderung der Windenergie - und zwar vor allem in Hessen. Dort muss sich die EAM künftig an zwei Ausschreibungen beteiligen: zunächst bei Hessen-Forst, wenn es darum geht, Flächen im Wald für die Rotoren zu pachten, und dann bei der Festsetzung der Fördersumme. Künftig soll der Bieter zum Zuge kommen, der die geringste Förderung in Anspruch nimmt. Ob vor diesem Hintergrund die Windkraftanlagen der EAM im Reinhardswald realisiert werden können, sei noch unklar.

Hintergrund: 74 Millionen Euro für Stromerzeugung investiert

Die EAM hat 2015 rund 152 Millionen Euro investiert. Davon flossen 74 Millionen Euro für Erhalt, Ausbau und Modernisierung der Stromerzeugungsanlagen. Größtes Projekt: der Neubau des Umspannwerks Drammetal bei Göttingen (3,1 Millionen Euro). Für Gasversorgungsanlagen wurden insgesamt 14 Millionen Euro investiert. Die EAM engagiert sich auch für den Ausbau der Elektromobilität: Das Unternehmen betreibt 48 Ladesäulen, darunter zwei Schnellladesäulen an der A7 (Lohfeldener Rüssel und Kirchheimer Dreieck). Der Energieversorger beschäftigte 2015 insgesamt 1251 Mitarbeiter (plus 34), darunter 71 Auszubildende. (ket)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.