Der erste Radverkehrsbeauftragte des Landkreises hört auf

Ein Plausch zum Abschied: Rudi Roy (links) geht in den Ruhestand. Fast zehn Jahre war er Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel. Landrat Uwe Schmidt dankt ihm für die Arbeit. Foto:  Renner

Kreis Kassel. Zehn Jahre lang setzte er sich dafür ein, dass die Radwege in der Region ausgebaut werden - und dass sich mehr Menschen aufs Rad setzen. Jetzt geht Rudi Roy, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel, in den Ruhestand.

Fast 25 Jahre hat Rudi Roy beim Landkreis Kassel gearbeitet, „und das habe ich immer gern gemacht“, sagt der 65-Jährige. Doch jetzt ist Schluss, Ende Juli geht er offiziell in den Ruhestand. Als er vor knapp zehn Jahren als erster Radverkehrsbeauftragter des Kreises anfing, musste er alles von Grund auf aufbauen. Nun blickt er auf einige Erfolge zurück. Einer davon ist das Radforum, das er 2008 erstmals auf die Beine stellte. Für Roy der „wesentliche Rahmen“ für den Radverkehr in der Region.

Selbstkritischer Rückblick

Auf sein Konto gehen auch die Einführung der bundeseinheitlichen Radwegweisung, die 2010 begann und nahezu abgeschlossen ist, die Sanierung des Fuldaradweges R1, dessen Bedeutung Roy hoch einschätzt, und die Eröffnung des Deiseler Eisenbahntunnels für den Radverkehr. „Das“, so schränkt er ein, „haben wir aber nur aufgrund der freundlichen Hartnäckigkeit von Vizelandrätin Susanne Selbert geschafft.“ Nicht nur sie lobt Roy. „Ich hatte immer sehr gute Vorgesetzte, mit ihnen gab es stets einen Austausch auf Augenhöhe.“ Dass es überhaupt die Position des Radverkehrsbeauftragten gibt, „darum beneiden uns andere Landkreise“, sagt er. In Hessen sei er der einzige hauptamtliche Radverkehrsbeauftragte. Doch auch Rudi Roy blickt selbstkritisch zurück. Nicht immer sei jedes Vorhaben gelungen, beispielsweise der Warmetal-Radweg bei Zierenberg.

Ausschreibung läuft

Landrat Uwe Schmidt bezeichnet Roy „als Gesicht des Radfahrens im Kreis. Ohne ihn hätten wir diese Fortschritte in den vergangenen Jahren nicht gemacht.“ Auch künftig soll es einen hauptamtlichen Mitarbeiter für den Radverkehr geben, allerdings keine 100-Prozent-Stelle mehr.

Die finanziellen Bedingungen würden schwieriger, sagt Schmidt. Eine halbe Stelle wird deshalb künftig für die Aufgabe ermöglicht. Die Ausschreibung der Stelle läuft derzeit. Bezahlt wird Roys Nachfolger dann in Entgeltstufe neun.

Rudi Roy selbst wird auch weiterhin Radfahren, am liebsten mal in Frankreich. Auch Reisen mit dem Wohnmobil, gemeinsam mit seiner Frau, hat er sich vorgenommen. „Das Radfahren wird nicht zu kurz kommen“, sagt er lachend.

Von Julia Renner

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