Jugendweihe: Eine Alternative zur Konfirmation

Chris Röder (15) aus Espenau freut sich schon auf seine Jugendweihe. Im Anschluss an die Feierstunde in Kassel wird er gemeinsam mit Familie und Freunden zu Hause im Garten weiterfeiern. Dort tummeln sich auch die Familienkatzen Chili (links) und Lucy. Foto: Schilling

Espenau. Immer mehr Jugendliche feiern eine Jugendweihe: Chris Röder aus Espenau ist einer davon.

Die Konfirmation war für Chris Röder nie ein Thema. Auch dann nicht, als um ihn herum immer mehr Freunde und Bekannte den Konfirmationsunterricht besuchten. „Wir sind ja nicht in der Kirche. Da kam eine Konfirmation für mich nicht infrage“, sagt der 15-jährige Schüler aus Espenau. Sich als Jugendlicher taufen zu lassen, nur um jetzt wie alle anderen konfirmiert zu werden - das ist nicht sein Ding. Den Übergang ins Erwachsenwerden feiert Chris Röder trotzdem, auf seine Weise. Am 4. Juni empfängt er im Rahmen einer Feierstunde in Kassel die Jugendweihe.

Etwas ganz Normales

Bei seinen Eltern, die gebürtig aus Sachsen-Anhalt stammen, war die Jugendweihe etwas ganz Normales. So kam die Familie auf die Idee. „Er ist der große Bruder und muss oft zurückstecken. Da wollten wir für ihn auch einmal etwas Besonderes machen“, erklärt Mutter Kathrin Röder. Und auch wenn Chris bescheiden erklärt, dass es nicht unbedingt nötig gewesen wäre, freut er sich auf seine Jugendweihe. „Es ist schon schön, eine Feier zu haben“, sagt er.

Neben Verwandten lädt Chris auch Freunde zu seiner Feier ein. Für die ist es kein Problem, dass er sich für die Jugendweihe entschieden hat. Schließlich sei er ja auch nicht der Einzige, der nicht in die Kirche geht und nicht gläubig ist. „Die Jugendweihe ist mal etwas anderes. Sie wäre auch für andere interessant. Nur kennt das hier halt niemand. Meinen Freunden erkläre ich das einfach“, sagt Chris, der die Freiherr-vom-Stein-Schule in Immenhausen besucht und sich sehr für Grafik-Design interessiert. „Das würde ich später auch gern beruflich machen, zum Beispiel Werbung entwerfen“, erzählt er. Zur Vorbereitung auf die Jugendweihe hat der Schüler schon an einer ganzen Reihe von Veranstaltungen teilgenommen, die der Landesverband Jugendweihe Thüringen und der Verein Jugendweihe Ostthüringen für die Anwärter organisieren. „Das waren wirklich sehr interessante Sachen. Und man hat ja nicht oft die Möglichkeit, so viele Fahrten mitzumachen“, erzählt der 15-Jährige.

Besonders gut gefallen hat ihm die Ski-Freizeit, bei der sich die jungen Leute kennengelernt haben. „Das war sehr lustig und ich habe Leute getroffen, mit denen ich mich auch in meiner Freizeit treffen würde.“ Zudem hat Chris ein Anti-Mobbing-Seminar sowie ein Knigge-Training besucht. Und auch bei der Fahrt ins ehemalige Konzentrationslager Buchenwald war er mit dabei, gemeinsam mit Mutter Kathrin Röder. „Ich finde es gut, dass die Eltern integriert werden und mitmachen können“, sagt sie. Ein Angebot, das gerade beim Knigge-Kurs und der Fahrt nach Buchenwald von vielen Eltern angenommen worden sei.

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