Ehrenamtliche unterrichten Flüchtlingskinder an Grundschule in Espenau

Wissen vermitteln: Die Kinder der Sprachförderung an der Grundschule Espenau Mimoza (von links), Juliana, Anna, Seven und Soner lernen mit Brigitte Bräutigam (links) und Ulla Siebert. Foto:  Shuhaiber

Espenau. Die Sprachförderung von Flüchtlingskinder an der Grundschule in Espenau wird von Ehrenamtlichen geleistet.

„Das ist ein Hose, das ist ein Schal, das ist ein Feuerwehrauto“, erklärt Mimoza die Symbole auf den bunten laminierten Kärtchen. Das kleine Mädchen aus Albanien ist wissbegierig und aufgeschlossen so wie ihre sechs Mitschüler aus der Sprachförderung an der Grundschule in Espenau. Mit viel Freude präsentiert die Grundschülerin die Wörter, die sie in den vergangenen Wochen gelernt hat.

Aktuell besuchen acht Flüchtlingskinder die Grundschule in Espenau. Sie kommen aus Syrien, Albanien und Bulgarien und leben in der Gemeinschaftsunterkunft in der alten Schule in Hohenkirchen und an der Bahnhofstraße in Mönchehof. Wie viel Freude ihnen das Lernen macht, ist auf den ersten Blick zu sehen.

Mit viel Herzblut und Engagement bringen die beiden Ehrenamtlichen Brigitte Bräutigam und Ulla Siebert den Grundschülern die deutsche Sprache bei. Sie unterrichten die Kinder jeden Montag in der Zeit von zehn bis 12 Uhr. Dabei geht es ihnen darum, den Schülern Grundlegendes wie Dinge benennen und Farben erkennen, beizubringen. Dazu nutzen sie beispielsweise Erinnerungsspiele, die den Sprachgebrauch fördern sollen. Das Material hat die Schule aus Spenden des HNA-Projektes Kinder für Nordhessen finanziert. „Wir haben 2500 Euro erhalten“, sagt Schulleiterin Birgit Hinn. Bislang habe die Schule aber nur einen Teil des Geldes ausgegeben. „Wir schauen jetzt, was wir brauchen und die Ehrenamtlichen testen, welche Materialien sich für den Unterricht eigenen“, erklärt sie. Die Lernwerkstatt des Landes Hessen hat ebenfalls Arbeitsbücher, -hefte, Lernsoftware und Karteikarten für den Förderunterricht bereit gestellt.

Brigitte Bräutigam und Ulla Siebert haben mit der Sprachförderung nach den Herbstferien begonnen und somit ein Zusatzangebot zum Förderunterricht Deutsch geschaffen. Dabei versuchen die Frauen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen: „Die Arbeit ist spannend, interessant aber auch anstrengend“, sagen Bräutigam und Siebert, denen ihre neue Aufgabe viel Freude bereitet und ergänzen „die Kinder sind liebevoll, freundlich, lernbegierig aufgeschlossen und anhänglich“.

Um den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten und die Konzentration der Kinder zu fördern, wird zwischen den Lerneinheiten ausgiebig gespielt und getobt.

Schulleiterin Birgit Hinn ist dankbar für das große soziale Engagement der beiden Frauen. Denn ohne ihre unentgeltliche Unterstützung könnte die Grundschule ein solches Zusatzangebot für Flüchtlingskinder nicht leisten. 

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