Weinschwärmer ist gefräßig

Espenauer entdeckt seltene Raupe in seinem Garten 

Gefräßiger Weinschwärmer. In seinem 2000 Quadratmeter großen Gartenparadies fand Hobbygärtner Reinhard Eigendop diese rund 8 Zentimeter lange Raupe, die sich über seine Fuchsie hermachte. Das seltene Exemplar setzte er wieder in der Natur aus, damit daraus ein bunter Schmetterling werden kann. Fotos: Brandau

Espenau. Eine etwa acht Zentimeter große Raupe hat der Espenauer Hobbygärtner Reinhard Eigendop in seinem Garten gefunden. Dabei handelt es sich um ein seltenes Exemplar.

Eigentlich wollte Reinhard Eigendop aus Espenau-Schäferberg in seinem Garten nur einen trockenen Ast einer Fuchsie entfernen. Doch dann sah er eine außergewöhnlich große Raupe zwischen den Blättern. Als der Hobbygärtner dann genauer hinsah, bemerkte er, dass der gefräßige Räuber bereits einen Teil der Pflanze kahlgefressen hatte. Der Übeltäter war ein Weinschwärmer.

Er setzte die etwa acht Zentimeter und rund zwei Zentimeter dicke Raupe in einen Eimer um zu klären, um welches Exemplar es sich handeln würde. Eine Nachfrage beim Kasseler Naturkundemuseum brachte weitere Informationen zu dem Grünfresser mit dem relativ großen Gebiss. Reinhard Eigendop erfuhr, dass es sich um einen Mittleren Weinschwärmer, der in Fachkreisen als „Deilephila elpenor“ bezeichnet wird, handelt. Die Raupe verändert ihre Farbe je nach Entwicklungsstadium und kurz vor der Verpuppung ist sie braunschwarz. Durch die großen Augen wirkt sie bedrohlich. Fühlt sich die Raupe sicher, ahmt sie die Bewegungen einer Schlange nach, indem sie ihr Vorderteil mit den Augenflecken nach links und rechts bewegt. Dabei ähnelt ihr Kopf dem einer Spitzmaus. Am Körperende befindet sich das Analhorn, das auf den ersten Blick wie ein Stachel aussieht.

„Das hatte ich zuerst auch gedacht“, räumt der 82-Jährige ein. „Daher habe ich mir erst einmal Arbeitshandschuhe angezogen“. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn das Tier verfügt über ein ausgeprägtes Kieferwerkzeug und hat sich damit auch gleich in dem Handschuh verbissen.

Wie die Raupe in seinen Garten kommt, dafür hat der Naturfreund keine Erklärung. „Ein solch großes Exemplar habe ich auch noch niemals in meinem Anwesen gesehen“, erklärt der Gartenbesitzer. Die Fachleute vom Naturkundemuseum haben ihm geraten, den Grünfresser wieder auszusetzten. „Das werde ich auch tun, vielleicht kann ich so miterleben, wie aus der gefräßigen Raupe einmal ein schöner bunter Schmetterling wird“, freut sich der Rentner.

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