"Handwerk sinnvoll nutzen"

Frisörin Sandra Hilpert frisierte kostenlos Flüchtlinge in Espenau

Ein neuer Schnitt: Sanije Lolja aus Albanien lässt sich von Sandra Hilpert die Haare schneiden.

Espenau. Ein wenig Abwechslung im oft so tristen Alltag vieler Gemeinschaftsunterkünfte haben sechs Frauen aus Albanien und Syrien am Montagvormittag gemeinsam mit ihren Kindern erleben dürfen.

Frisörmeisterin Sandra Hilpert aus Kassel besuchte die Gemeinschaftsunterkunft in Espenau-Mönchehof und bewies, dass Flüchtlingshilfe so viel mehr sein kann, als bloße Spendenbereitschaft.

„Die Idee ist entstanden, weil ich keine Lust zu spenden hatte, sondern lieber mein Handwerk sinnvoll nutzen wollte“, erklärt die Inhaberin des Frisörsalons Schicke Schnitte an der Friedrich-Ebert-Straße in Kassel. Vor einigen Wochen hatte Hilpert eine ähnliche Aktion gemeinsam mit einem Kollegen in einer Flüchtlingsunterkunft im Druseltal realisiert. Auch im kommenden Jahr – nach dem Weihnachtsgeschäft – möchte sie weiteren Flüchtlingen mit einem schicken Haarschnitt eine kleine Freude bereiten. „Das war wirklich perfekt vom Landkreis organisiert“, sagte Hilpert. Wie viel solch eine kleine Geste bewirken kann, zeigen die strahlenden Gesichter der Frauen, die sich von der Friseurin an ihrem freien Montag frisieren ließen.

Und Hilpert bereitet es Freude zu zeigen, wie Flüchtlingshilfe funktionieren kann. Um weitere Menschen zu motivieren, ebenfalls etwas für die vielen Flüchtlinge zu tun, hat sie ihre Idee auch auf ihrer Facebookseite veröffentlicht, erzählt Hilpert.

Nach Angaben von Hausleiter Marco Giambalvo leben in der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule im Espenauer Ortsteil Mönchehof 50 Menschen aus unterschiedlichen Nationen. Sie kommen aus Syrien, Eritrea, dem Kosovo, Bosnien und Albanien.

Aktuell sind etwa 60 Prozent der Bewohner Albaner, die jetzt laut Hausleiter Giambalvo nach und nach freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren, weil ihre Asylanträge abgelehnt wurden.

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