Hotel Schäferberg in Espenau hat neue Geschäftsleitung

Wechselt den Besitzer: Helmut Wenzel (Zweiter von links), hier neben seiner Frau Ingrid (links), zieht sich aus der Geschäftsführung des Waldhotels Schäferberg zurück und übergibt die Leitung an Axel Brandt (Zweiter von rechts) und seine Lebensgefährtin Heike Kober (rechts). Foto: Schippers

Espenau. Das Waldhotel Schäferberg hat eine neue Leitung. Zum Jahresbeginn hat Axel Brandt die Nachfolge von Hotelinhaber Helmut Wenzel angetreten.

Der 81-Jährige hatte das Hotel gemeinsam mit seiner Frau Ingrid Wenzel (76) in den vergangenen 50 Jahren von dem einfachen Gasthaus Hundehütte zu einem Vier-Sterne-Haus gemacht. Bereits 1993 hatte er sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und sich vermehrt ehrenamtlich im Berufsverband und bei der IHK engagiert. Nun zieht er sich aus Altersgründen aus der Geschäftsführung zurück.

Der bisherige Inhaber 

1974 übernahm Helmut Wenzel das damalige Rasthaus Schäferberg von seinem Vater Paul Wenzel. Der hatte den Betrieb am 7. Mai 1959 zunächst als Pächter übernommen und es 1960 vom Landkreis Kassel und der Gemeinde Espenau erworben. Damals hatte der Betrieb vier Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer, die mit fließend Wasser ausgestattet waren. „Die Zimmer hatten scheußliche grüne Waschbecken, keine Mischbatterien. Es war alles sehr einfach“, erinnert sich der gebürtige Kasseler Wenzel. Außerdem gab es ein Restaurant mit 50 Sitzplätzen, die Bauernstube mit 20 Sitzplätzen und einen Saal.

Seither wurde das Hotel stetig erweitert. „Wir haben gebaut, gebaut, gebaut. Insgesamt liegen 46 Baugenehmigungen vor“, sagt der gelernte Kaufmann. Heute verfügt das Hotel mit rund 100 Mitarbeitern über 96 Zimmer mit etwa 200 Betten, zwei Restaurants mit insgesamt 200 Sitzplätzen sowie 15 Veranstaltungsräume für bis zu 300 Personen.

Sieben Betriebe führte Wenzel in seiner aktiven Zeit, darunter auch die Stadthallen in Kassel und Baunatal. „Ohne meine Frau wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt er. Die gelernte Bankkauffrau führte das Hotel in Espenau zeitweilig vollständig. Gemeinsam lebte das Ehepaar, das 1964 heiratete, zunächst in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung im Hotel. Ihre zwei Kinder - ein Sohn und eine Tochter - sind beruflich nicht in die Fußstapfen der Eltern getreten. „Sie haben eben mitbekommen, was es bedeutet, in der Gastronomie zu arbeiten. Viel Arbeit und keine Freizeit“, sagt Ingrid Wenzel.

Dennoch: Helmut und Ingrid Wenzel, die seit 1992 in Immenhausen leben, bereuen nichts. „Wir würden es wieder so machen. Wir hatten ein interessantes, zufriedenes Leben“, sagen beide.

Der neue Inhaber 

Der neue Besitzer des Vier-Sterne-Hauses kam 1998 an das Espenauer Hotel. „Damals war ich auf der Suche nach einer Assistenten-Stelle“, erinnert sich Axel Brandt. Der gebürtige Mainzer hatte zuvor eine Lehre als Hotelfachmann im Taunus gemacht und nach Auslandsaufenthalten in England und der Schweiz die Hotelfachschule in Heidelberg absolviert. „Ich hatte damals viele Bewerbungsgespräche, aber hier hatte ich das Gefühl, das passt“, erzählt der 44-Jährige. „Ich dachte, ich mache das zwei Jahre und ziehe dann weiter. Aber dann bin ich hier doch irgendwie sesshaft geworden.“

Unter dem damaligen Geschäftsführer Bernd Altvater habe er viel gelernt. Doch im Jahr 2011 starb Altvater. „Das war für uns alle ein Schock“, erinnert sich Brandt. Seither führt er die Geschäfte. Ihm zur Seite steht dabei neben seinen Mitarbeitern auch seine Lebensgefährtin Heike Kober, die ebenfalls Geschäftsführerin ist. Die 48-Jährige arbeitet als Justizangestellte beim Hessischen Finanzgericht. Doch inzwischen bringt sie sich mehr und mehr im Hotel ein. „Sie ist eine tolle Gastgeberin und hat ein gutes Gespür. Sie wird Herrn Brandt sicher viele Impulse geben können, weil sie eben kein Fachidiot ist“, sagt Helmut Wenzel über die gebürtige Kasselerin.

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