Nach Polizeieinsatz bei Espenau: Tierschutzorganisation Peta erstattet Anzeige

Espenau / Stuttgart. Nach dem ein Polizist am vergangenen Wochenende 20-mal mit seiner Dienstwaffe auf einen Bullen geschossen hatte, will die Tierschutzorganisation Peta nun eine Strafanzeige wegen Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Kassel erstatten.

Das teilte Peta am Donnerstagnachmittag mit. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel konnte indes nicht bestätigen, dass Strafanzeige gegen den Polizeibeamten erstatte wurde. 

Die Tierschützer begründen ihr Handeln unterdessen wie folgt: „Die Tötung des Tieres sei rechtswidrig, da keine Gefahr für Leib und Leben der anderen Verkehrsteilnehmer bestand.“ Zudem sei das Vorgehen des Beamten unverhältnismäßig gewesen. Er hätte einen Veterinärmediziner oder Jagdpächter rufen müssen, der das Tier betäubt. Zudem sei die Art der Tötung tierschutzwidrig. Die Dienstwaffen der Polizei seien dazu nicht geeignet, heißt es in der Peta-Mitteilung.

„Das Erschießen eines Bullen mit solch einer kleinkalibrigen Waffe stellt eine tierquälerische Misshandlung dar. Die Schüsse verursachen länger andauernde erhebliche Schmerzen und Leiden im Sinne des § 17 Nr. 2 b) des Tierschutzgesetzes und führen zu einem langsamen und qualvollen Tod des Tieres“, begründet Sophie Nouvertné, Juristin und Mitarbeiterin der Rechtsabteilung bei Peta Deutschland.

Die Tierrechtsorganisation habe die Behörden auch dazu angeregt, die Zuverlässigkeit des Landwirtes und Tierhalters zu überprüfen. Bisher bleibe unklar, wie es den Tieren möglich war, aus dem Gehege zu entkommen.

Laut Peta erschießen Polizeibeamte jedes Jahr etliche Tiere – vornehmlich Wildtiere. Die Waffen der Polizei sein aber nicht zur Tötung großer Tiere konzipiert. Sie dienten lediglich dazu, den Täter durch den Schuss angriffs- und fluchtunfähig zu machen. Zur Tötung eines 900 Kilogramm schweren Bullen sein die Waffen absolut ungeeignet. Dies führe dazu, dass die Polizeibeamten in solchen Fällen eine Vielzahl von Schüssen abgeben, wodurch die Tiere massive Verletzungen erleiden und qualvoll verenden. 

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