Innenministerium äußert sich auf Anfrage

Nach Schüssen auf Bullen: „Waffen der Polizei sind geeignet“

Umstrittener Einsatz: Rund 20 Schüsse aus Pistolen und Maschinenpistolen mussten die Beamten auf der Bundesstraße abgeben, bis der 900 Kilogramm schwere Bulle tot war. Archivfoto: nh

Die hessische Polizei verfügt mit den im Dienst mitgeführten Pistolen und Maschinenpistolen über geeignete Waffen, um Tiere in Gefahrensituationen oder nach Unfällen zu erlegen.

Das sagt das Innenministerium. Im Fall des ausgebrochenen Bullen von Espenau hätten die Treffer der Beamten aufgrund der körperlichen Konstitution des rund 900 Kilogramm schweren Tieres aber „nicht sofort die erforderliche Wirkung gezeigt“, sagte Ministeriumssprecher Marco Krause am Donnerstag auf HNA-Anfrage.

Aus diesem Grund hätten die Polizisten mehrfach nachschießen müssen. „Dies erfolgte nur so lange, bis eindeutig der Tod des Tieres feststand“, sagte Krause.

Wie berichtet, hatte ein Video im Internet für Aufsehen gesorgt, auf dem Teile des Einsatzes auf der Bundesstraße 83 dokumentiert wurden. Der Film zeigt, wie die Beamten über 20 Mal mit ihren Dienstwaffen (Pistole und Maschinenpistole) auf das einem Bauern aus Fuldatal gehörende Tier feuern. Laut Innenministerium wurden die Polizisten von dem zuständigen Jagdpächter um Hilfe gebeten. Dieser habe sich nicht in der Lage gesehen, beide ausgebrochenen Bullen zu töten.

Vor dem Einsatz auf der B83 hatte laut Polizeisprecher Torsten Werner der Besitzer der Tiere gemeinsam mit einem ortsansässigen Metzger einen der Bullen nahe der Freizeitanlage Espenau erlegt.

Die Gefahrensituation

Weil sich der später erschossene Bulle auf Kreis- und Bundesstraßen hinweg bewegte und in der Nähe der Bahnstrecke unterwegs war, mussten die Beamten nach Darstellung des Ministeriums von den Schusswaffen Gebrauch machen, um einen Zusammenstoß des Tieres mit Autos oder einem Zug zu verhindern.

Die Ausbildung

Das Töten von verletzten Tieren, vor allem Wildtieren, Hunden und Katzen, ist nach Angaben des Innenministeriums Teil der Ausbildung angehender Polizisten. Trainiert werde an entsprechenden Zieldarstellungen. Auch später gebe es regelmäßig Schießübungen, sagte Sprecher Krause. 

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