Feuerwehr bildet aus: Quereinsteiger sind willkommen

Feuerwehrgrundlehrgang: Lehrgangsleiter Thomas Schädel (li.) und Hartmut Meyer sind seit vielen Jahren ein eingespieltes Team.

Fuldabrück. Wer bei der freiwilligen Feuerwehr mitmachen möchte, muss einen Grundlehrgang absolvieren. Das machen derzeit 32 Personen in Bergshausen. Wir haben hinter die Kulissen geschaut.

Über einen Zeitraum von drei Wochen besuchen 32 künftige Feuerwehrmänner und -frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren den Grundlehrgang in Bergshausen, um nach erfolgreichem Abschluss in den Einsatzabteilungen ihrer freiwilligen Wehren in Kassel Stadt und Landkreis Kassel aktiv zu werden.

Die Anwärter lernen in Theorie und Praxis nach den Feuerwehrdienstvorschriften unter anderem Löschangriffe oder die Aufstellung einer Steckleiter.

Ausbildung dauert 2 Jahre

Voraussetzung für den Lehrgang ist der Gesundheitscheck in Form einer Feuerwehrtauglichkeitsprüfung sowie ein 18-stündiger Erste-Hilfe-Lehrgang. Nach zwei Jahren und mindestens 80 Ausbildungsstunden (Übungs- und Unterrichtsdienste) in den jeweiligen Standortfeuerwehren kann mit dem Truppführerlehrgang die gesamte Grundausbildung abgeschlossen werden.

Einige Teilnehmer haben bereits Erfahrungen in der Jugendfeuerwehr gesammelt, wobei der Anteil der Quereinsteiger - die sich in späteren Jahren für die Feuerwehr entscheiden - in den letzten Jahren kontinuierlich ansteigt. „Es gibt immer weniger Jugendliche, die sich für den Feuerwehrdienst entscheiden, andere Hobbys in Sportvereinen und eine begrenzte Freizeit stehen dem entgegen. Deshalb sind uns die Quereinsteiger besonders willkommen“, erklärt Lehrgangsleiter Hartmut Meyer. Wobei Vorkenntnisse nicht schlecht, aber auch nicht zwingend erforderlich sind. „Es hat Vor- und Nachteile“, erklärt der stellvertretende Lehrgangsleiter Thomas Schädel. „Natürlich ist es gut, wenn auf das bereits Gelernte aufgebaut werden kann, manchmal ist es aber auch schwierig, falsch Angewöhntes wieder zu ändern.“ Ein Erwachsener, der sich für die Feuerwehr entscheide, habe sich das vorher reiflich überlegt und sei sich der Verantwortung bewusst.

Der Grundlehrgang ist die Basis allen Feuerwehrwissens, wobei man bei der Feuerwehr niemals auslernt: Dafür sprechen die unzähligen Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren. Neben dem erforderlichen Fachwissen ist vor allem die Grundeinstellung ganz wichtig, erklären die Teilnehmer: „Feuerwehr ist eine Familiensache, alle müssen mitziehen, sonst funktioniert es nicht“, beschreibt Saskia Döring aus Wickenrode, deren ganze Familie in der Feuerwehr aktiv ist.

Hartmut Meyer bestätigt das: „Ein bisschen Feuerwehr geht nicht, entweder ganz oder gar nicht.“

Deshalb seien neben der körperlichen Konstitution Teamgeist und die Akzeptanz von Hierarchien wichtig. „Wir müssen uns blind aufeinander verlassen können, im Zweifelsfall hängt das eigene Leben davon ab“, sagt Meyer. Die langjährige Zugehörigkeit der meisten Mitglieder verdeutlicht, dass es nicht nur anstrengend ist, sondern auch Spaß macht. Neben den regelmäßigen Übungen fördern gemeinsame Unternehmungen, Jugendfreizeiten oder die Teilnahme an Wettkämpfen und Veranstaltungen das Gemeinschaftsgefühl.

Von Sabine Büntig

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.