Kombi am Hallenbad als Alternative?

Freibad in Vellmar kommt auf den Prüfstand

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Schwimmbecken statt Rasen: Die Grünen wollen prüfen lassen, ob an das Hallenbad ein Freibadbereich angeschlossen werden kann.

Vellmar. Das Freibad Vellmar kam vergangenes Jahr in die Schlagzeilen. Aktuell prüft die Stadt, wie es mit dem Bad weitergehen soll.

Wegen Krankheitsfällen beim Personal musste es zeitweise geschlossen oder Badezeiten verkürzt werden. Wenn die gerade begonnene Schwimmsaison beendet ist, kommt die Stunde der Wahrheit für das Bad. Die Stadt nimmt es auf den Prüfstand. Es soll untersucht werden, wie sanierungsbedürftig die beliebte Anlage ist. Auch eine endgültige Schließung scheint nicht ausgeschlossen. Diese halte zumindest die Grünen im Stadtparlament für denkbar. Ihre Idee: Das Hallenbad könnte dann um einen Freibadbereich ergänzt werden.

Das Bauamt habe ihm signalisiert, dass es in absehbarer Zeit im Freibad Obervellmar nicht mehr mit kleinen Reparaturen wie dem Nachkleben lockerer Fliesen getan sei, hatte Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) kürzlich im Ausschuss für Bau und Umwelt mitgeteilt. Bisher seien solche Schäden mit weniger als 10 000 Euro pro Jahr zu beseitigen gewesen. Er will nun prüfen lassen, ob sich eine Generalüberholung des Freibads wirtschaftlich Sinn macht.

Die Grünen erhoffen sich laut ihrem Fraktionschef Siegfried Kopperschmidt durch die Zusammenlegung der Bäder, Einspareffekte, Vorteile beim Einsatz des Personals und eine höhere Attraktivität des Hallenbads in Obervellmar. Laut Bürgermeister Ludewig haben die beiden Bäder zusammen einen jährlichen Zuschussbedarf von 682 000 Euro. Den Löwenanteil des Defizits, etwa drei Viertel, steuere das Hallenbad bei. Dieses könnte beim Zubau eines Freibads - im Gegensatz zu heute - ganzjährig geöffnet haben.

Unter dem Gesichtspunkt der Kosteneinsparung wurde beispielsweise in der Stadt Kehl am Rhein in Baden-Württemberg vor sechs Jahren die Möglichkeit eines Kombi-Bads diskutiert. Doch bis heute wurde dort die Idee nicht realisiert. Im südhessischen Hanau hat man schon 1961 das dortige Hallenbad um ein Freibad ergänzt. Es sei das erste seiner Art in Deutschland gewesen, heißt es auf der Homepage der Stadt.

Bürgermeister Manfred Ludewig steht dem Vorschlag noch sehr skeptisch gegenüber. Die Grünfläche neben dem Hallenbad sei kaum groß genug, um zwei Becken in gleicher Größe und Qualität unterzubringen. Dann bleibe auch kein Platz mehr für eine Liegewiese. Außerdem müsse die Technik im Hallenbad umgebaut werden, ganz zu schweigen von den Lärmproblemen, die es mit den Nachbarn geben könne, und dem hohen Investitionsbedarf für einen Neubau. Und ob sich die Besucherzahlen in einem Kombi-Bad steigern lassen, sei zumindest fraglich. Denn Vellmar stehe in Konkurrenz zu anderen attraktiven Bädern.

Die Grünen wollen nun abwarten, was die Kostenanalyse im Freibad ergibt.

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