Fährfest droht das Aus: Finke will um verkaufsoffenen Sonntag in Fuldabrück kämpfen

Das hat Tradition: Zum Fährfest gehört auch eine Wasserskishow. Archivfoto: Dilling

Fuldabrück. Seit zwölf Jahren gibt es das Fährfest. „Das ist schon fast eine Tradition“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemannn (SPD).

Doch das in diesem Herbst gefeierte Volksfest könnte das letzte gewesen sein. Denn dem Fest droht sein Hauptsponsor wegen der anhaltenden Diskussion um die Zulässigkeit verkaufsoffener Sonntage abhandenzukommen: Das Möbelhaus Finke.

Seit jeher unterstützt es mit einem namhaften Betrag, um am Festsonntag seine Türen für den Verkauf öffnen zu können. Aber die Gemeinde Fuldabrück stellt nun nicht nur diesen verkaufsoffenen Sonntag auf den Prüfstand, sondern auch die drei weiteren, die bisher genehmigt wurden.

Ohne verkaufsoffenen Sonntag „müssen wir intern besprechen, wie es weiter gehen soll“, erklärt Finke-Hausleiter John Hock. Die verkaufsoffenen Sonntage seien schließlich ein riesiger Umsatzbringer im Unternehmen.

„Das Fährfest steht und fällt mit Finke“, sagt Gerhard Weideling, Vorsitzender des Kuratoriums der Vereine und Verbände in Bergshausen. Es organisiert das Fährfest. Ohne das Geld von Finke sei das Fest finanziell nicht zu stemmen.

Die Gemeinde Fuldabrück muss allerdings gezwungenermaßen ihre Genehmigungspraxis überprüfen, weil sonst Prozesse drohen: Die Kirchen, die Gewerkschaft Verdi und die Allianz für den freien Sonntag machen Druck. Reihenweise haben Verwaltungsgerichte und der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) diesen Sommer und Herbst Genehmigungen gekippt. Die Rechtsprechung hat die Anforderungen an die Verkaufsfreigabe verschärft. Ein Fest als Anlass, das reicht nicht. Es muss einen engen Bezug zum Festgeschehen geben.

Finke hob Fest aus Taufe

Und in diesem Punkt dürfte der Fährfest-Verkaufstag schlechte Karten haben. Denn das Fest ist gerade auf die Initiative von Finke hin überhaupt aus der Taufe gehoben worden, weil man eben einen Anlass für einen zusätzlichen Umsatztag haben wollte. Das bestätigen sowohl Hock als auch Weideling. Der Kuratoriumsvorsitzende verweist aber darauf, dass das Fährfest sich zu einem Publikumsmagneten mit 2000 Besuchern entwickelt habe, von dem auch viele Vereine des Dorfs profitierten.

Hock will für seine verkaufsoffenen Sonntage kämpfen. „Die Mitarbeiter kommen freiwillig, die Kunden kommen freiwillig und alle haben Spaß. Man kann doch niemandem erklären, warum dann diese Sonntage gestrichen werden sollen“, sagt er.

Lengemann stehe auf seiner Seite. In einem Gespräch machte der Verwaltungschef vorgestern allerdings dem Hausleiter keine Zusagen. Er hoffe, dass es in den anstehenden Verhandlungen mit Gewerkschaft und Kirchen zu einem Kompromiss komme, sagte er.

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