Fuldabrücker Turmbauer: Holzbau Hendrich feiert 50. Geburtstag

Setzen seit 50 Jahren auf die Vorteile von Holz: Hilmar Hendrich (rechts, Geschäftsführer von Holzbau Hendrich) mit seinen Mitarbeitern Jan Andraos (von links) und Marvin Ehlers. Foto: Geier

Fuldabrück. Vor einem Jahr bekam der Altbau an der Friedrich-Ebert-Straße/ Ecke Querallee in Kassel eine neue Turmspitze. Die Spitze aus Holz und Kupfer stammte von Holzbau Hendrich aus Fuldabrück, das am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen feiert.

1966 begann die Unternehmensgeschichte, als Zimmermeister Friedrich Hendrich das Unternehmen mit drei Mitarbeitern gründete. Der mittlerweile 82-Jährige zeigt sich immer noch in der Firma, die sein Sohn Hilmar übernommen hat. Heute zählt der Betrieb zwölf Mitarbeiter.

Mit Holz aufgewachsen 

Neue Turmspitze für das Restaurant Pinocchio. Archivbild: Malmus

Hilmar Hendrich wuchs mit Holz auf und lernte die Wandelbarkeit des Baustoffs von Kindesbeinen an schätzen. „Bäume sind im Wald Stürmen, extremer Hitze und Kälte ausgesetzt und sie überleben“, erklärt der 51-Jährige. „Warum sollten also keine Häuser aus Holz gebaut werden?“ Seine Frau Petra hört diesen Satz in ihrem benachbarten Büro und lacht darüber. Sie kümmert sich um die Buchhaltung des Betriebs. An seine Tochter konnte die Leidenschaft für Holz nicht weitergegeben werden. „Sie interessiert sich für Haare, lernt Friseurin“, erzählt der Vater.

„Holz ist einer der wichtigsten Baustoffe der Gegenwart und Zukunft“, berichtet der Geschäftsführer, der gelernter Zimmermeister und Diplom-Bauingenieur ist. 1994 stieg er in die Firma des Vaters ein, während dieser sich langsam aus dem Geschäft zurückzog.

Genauso hat sich auch der Holzbau weiterentwickelt. Während der Vater Häuser in Fachwerk- und Skelettbauweise baute, setzt der Sohn auf die Holzrahmenbauweise - das Haus besteht dabei aus einem Holzgerüst, welches wahlweise mit Schaf-, Mineral- oder Steinwolle gefüllt ist und so isoliert. „Es sind die kurze Bauzeit, die hohe Wärmedämmung und die niedrigen Heiz- und Betriebskosten, die die Kunden von Holz überzeugen“, erklärt er.

Auf Tradition wird noch immer Wert gelegt, man hat sich aber erweitert: Neben zwei Zimmererkolonnen gibt es auch eine Dachdeckerkolonne, die auf Dämmung spezialisiert ist. Neben dem Alltag gibt es auch spezielle Projekte, die dem Chef am Herzen liegen: Im vergangenen Jahr zimmerte die Firma eine knapp neun Meter hohe Spitze, die wieder den Altbau an der Friedrich-Ebert-Straße/ Ecke Querallee in Kassel ziert, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Auch ein Jahr später ist er stolz auf die glänzende Spitze, die das Kasseler Stadtbild bereichert hat.

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