Ausgebüxtes Tier in Garten eingefangen

Gemeinde Fuldabrück sucht neues Heim für eingefangenen Ziegenbock

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Mitten im Blumenbeet: In diesem Garten in Dörnhagen wurde der Ziegenbock entdeckt.

Fuldabrück. Eine Drohne, ein Nymphensittich, ein Tandem – die Mitarbeiter des Fuldabrücker Ordnungsamts blicken auf eine Liste skurriler Fundstücke.

Dass nicht jeder Fund vom bisherigen Besitzer vermisst wird, zeigt ein jüngst gefundener Ziegenbock.Über eine Anzeige im Gemeindeblatt, in der dessen Besitzer gesucht wird, wurde die HNA darauf aufmerksam.

Die Nachfrage bei der Gemeinde ergab: Eine junge Familie aus dem Fuldabrücker Ortsteil Dörnhagen, die am Waldrand wohnt, hatte das Tier entdeckt. „Sie waren am Frühstücken, als sie plötzlich den Ziegenbock in ihrem Garten entdeckten“, erzählt die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin Christine Döring. Die Finder hätten sich an die Polizei gewandt, seien dort aber aus der telefonischen Warteschleife geworfen worden.

Am 3. August gegen zehn Uhr klingelte beim Ordnungsamt das Telefon. „Eine junge Frau sagte mir, sie hätte einen Ziegenbock auf der Terrasse stehen.“ Döring reagierte schnell. Wegen der Urlaubszeit sei der Bauhof nicht verfügbar gewesen. „Also mussten wir selbst ran, um ihn in Sicherheit zu bringen.“ Mit ihrer Kollegin, der Ordnungspolizeibeamtin Annegret Danzglock, stand sie kurze Zeit später mit dem Ziegenbock im Garten. Danzglock hatte sich bei einem Tierarzt informiert, wie man das Tier am besten fängt.

Döring hatte sich mit Haken, Seil und Pferdefutter ausgestattet. Gemeinsam versuchte man, den Bock, der sich als „sehr agil“ herausstellte, zu fangen. „Er stand auf der Terrasse hinter den Stühlen“, berichtet Döring. Von zwei Seiten in die Enge gedrängt, machte der Bock einen Sprung nach vorn. „Dann habe ich ihn mir geschnappt.“

Die Landwirtin eines nahe gelegenen Bauernhofs stellte einen Pferdeanhänger zur Verfügung. Auch der Transport wurde zu einem Kraftakt. „Zwei Mal ist er aus dem Hänger herausgesprungen und musste im Dorf wieder eingesammelt werden“, so Döring. Nun galt es, eine Bleibe für den frechen Bock zu finden.

Döring erinnerte sich an einen kleinen Nymphensittich, den man im vergangenen Jahr in einer Hecke gefunden hatte. „Einen Ziegenbock kann man aber nicht einfach ins Tierheim bringen.“ Nach Telefonaten mit Tierparks in der Region, „die ihn alle nicht haben wollten“, hatte man schließlich Glück bei einer Frau aus Felsberg (Schwalm-Eder-Kreis).

Privat untergebracht

Dort mischt er nun eine Runde aus drei weiblichen Ziegen auf. Das sei allerdings kein Dauerzustand, sagt die Besitzerin der Ziegen auf Nachfrage. Sie warte nun sehnlichst darauf, dass der Bock ein neues Zuhause findet oder sich der Besitzer meldet. „Er frisst meiner Schwiegermutter den ganzen Garten leer.“ An einer der drei Ziegen habe er bereits Gefallen gefunden. „Da hängt er ständig drauf.“

Zudem seien ihre Zäune nicht hoch genug, denn das Tier mit dem gelben Halsband sei ein Sprungkünstler. Sie schätzt ihn auf etwas über ein Jahr – für Kastration, die ihn etwas ruhiger stellen würde, sei es wohl zu spät. Ihre größte Angst ist, dass ihre weiblichen Ziegen auch demnächst über die Zäune springen. „Ziegen lernen unglaublich schnell voneinander.“

Wer Interesse an dem Ziegenbock hat oder etwas zu dessen Herkunft sagen kann, kann sich an das Ordnungsamt Fuldabrück wenden unter Tel. 05 66 5 / 94 63 46.

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