Güllebehälter in Fuldabrück: Zaun und Hecke müssen nun her

Fuldabrück. Der Güllebehälter auf dem Feld zwischen Dittershausen und Guntershausen muss jetzt umzäunt werden und bekommt Hecken als Sichtschutz.

Das ergab jetzt die Abnahme des Behälters durch den Landkreis Kassel.

Das Bauwerk aus Beton mit dem Durchmesser von 28 Metern sorgte bereits vor seiner Errichtung im Herbst für viel Diskussion. Zuletzt äußerte die CDU-Fraktion in der Sitzung der Gemeindevertretung die Bedenken, dass Jugendliche aufgrund der fehlenden Absperrung in den Behälter fallen könnten. Zudem befürchtete man eine Geruchsentwicklung im Sommer.

Für die baurechtliche und immissionsschutzrechtliche Abnahme des Güllebehälters ist der Landkreis Kassel zuständig. Eine Mitarbeiterin des Fachbereichs Bauen und Umwelt habe vor Ort den Behälter begutachtet und ihn auf baurechtliche Vorgaben geprüft.

Das Ergebnis: Der Betreiber, ein Landwirt aus Gudensberg, muss den Abfüllplatz nun mit einem zwei Meter hohen Zaun eingrenzen und an zwei Seiten fünf Meter hohe Hecken anpflanzen. Er habe bis Ende März Zeit, diese Vorgaben umzusetzen, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Damit seien dann die baurechtlichen Fragen geklärt.

Auch der Einwand des CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Lange, neugierige Jugendliche könnten in den Behälter fallen, weil die Leiter trotz eines angebrachten Brettes leicht zugänglich sei, dürfte sich mit der Errichtung eines Zaunes erübrigt haben.

Zu den Befürchtungen, von dem Güllebehälter könnten Gerüche ausgehen, sagte Kühlborn auf HNA-Anfrage, seine Kollegin habe „keinen Geruch feststellen können“. Sollten sich aber Geruchsbelästigungen ergeben, sei das ohnehin keine baurechtliche Frage - sondern eine immissionsschutzrechtliche. „Wenn der Behälter in Betrieb ist und sich jemand über Geruch beschwert, kommt wieder der Kreis dazu“, so Kühlborn.

Er merkt an, dass bereits im Voraus geprüft wurde, welche Umweltbelastungen von der Nutzung ausgehen. Dabei spielten die Größe des Behälters sowie dessen Abstände zur nächsten Bebauung eine Rolle. Ausgehend von der Größe des Güllebehälters ergebe sich ein Mindestabstand von 402 Metern bis zum nächsten Gebäude. „Wäre der Abstand geringer, müsste ein Immissionsschutzgutachten angefertigt werden“, sagt Kühlborn.

Tatsächlich sei der Lagerplatz der Gülle wesentlich weiter entfernt: bis nach Guntershausen seien es 600 Meter und bis nach Dittershausen 750 Meter (Grafik).

Unabhängig von der Abnahme des Gülle-Lagerplatzes hat Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) einen Fragenkatalog an den Hessischen Städte- und Gemeindebund gerichtet, der sich auf den Betrieb des Behälters bezieht. Die Fragen betreffen etwa den Transport von Gülle sowie Möglichkeiten, wie etwaige Gerüche bei Anlieferung, Lagerung und Ausbringung der Gülle verhindert werden können. Mit einer zusätzlichen Prüfung wurde zudem der Bauausschuss der Gemeinde beauftragt.

Hintergrund: Immissionsschutzrecht  

Das Immissionsschutzrecht ist laut Umweltbundesamt „einer der zentralen Rechtsbereiche des Umweltschutzes“. Es verfolge das Ziel, potenziell schädliche Einwirkungen auf den Menschen und seine Umwelt (Immissionen) zu verringern. Zentrale Aufgaben sind Luftreinhaltung und die Lärmbekämpfung. Seine Ursprünge hat das Gesetz im 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung zum Anstieg der Schadstoff- und Lärmbelastungen führte. Die Vorsorge „setzt bei der betrieblichen Tätigkeit selbst und den von ihr ausgehenden Emissionen an.“

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