Hessen Mobil dagegen: Vorerst keine Kreisel in Fuldabrück

Eine der Kreuzungen, an der laut Gemeindevertretern bei hohem Verkehrsaufkommen ein Kreisverkehr sinnvoll wäre: An der Kreuzung der Marie-Curie-Straße, der Landesstraße 3460 (ehemalige B 83) und der Flughafenstraße (Kreisstraße 14) staut sich an Samstagen und verkaufsoffenen Sonntagen der Verkehr. Archivfoto: Dilling

Fuldabrück. Der Wunsch der Fuldabrücker Bürger, an bestimmten Kreuzungen im Ort einen Kreisverkehr gebaut zu bekommen, wird vorerst nicht erfüllt.

„Es gibt wenig Hoffnung“, teilte Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) den Gemeindevertretern auf der konstituierenden Sitzung im Rathaus mit.

Die Gemeindevertreter hatten die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil aufgefordert, zwei Standorte hinsichtlich eines Kreisverkehrs zu prüfen: im Ortsteil Dörnhagen an der Kreuzung Stellbergstraße / Glockenhofsweg sowie im Ortsteil Bergshausen, wo sich Marie-Curie-Straße und Landesstraße 3460 kreuzen.

Beide Vorschläge des Parlaments seien von Hessen Mobil geprüft und als nicht notwendig bewertet worden. Die Verkehrsbehörde begründet ihre Entscheidung in einem Schreiben, das der HNA vorliegt: „Beide Knotenpunkte stellen nach heutigem Stand keinen Unfallschwerpunkt dar, so dass aufgrund der Verkehrssicherheit kein akuter Handlungsbedarf besteht.“ Auch ein besonders hohes Verkehrsaufkommen sei an den Kreuzungen nicht gegeben. Hessen Mobil beruft sich dabei auf die Auswertung von Verkehrszählungen.

„An einem Samstag gibt es natürlich eine höhere Verkehrsbelastung“, so Lengemann, der sich nach einer Absage Ende März erneut an Hessen Mobil gewandt hatte. Hierin nahm er Bezug auf eine Verkehrsschau im März 2014, deren Auswertung ergeben hatte, dass insbesondere im Kreuzungsbereich Melsunger Straße / Stellbergstraße / Glockenhofsweg ein Kreisverkehrsplatz absolut notwendig ist. „Die Maßnahme dient der Verkehrssicherheit und Leichtigkeit“, zitiert der Bürgermeister.

Für den Kreisverkehr an der Kreuzung Marie-Curie-Straße / Landesstraße 3460 hatten sich auch die Wirtschaftsförderung Region Kassel und der Zweckverband Raum Kassel starkgemacht. Schließlich würde dieser für eine bessere Anbindung an das Gewerbegebiet sorgen. Die jetzige Entscheidung von Hessen Mobil müsse man wohl erst einmal akzeptieren, so der Rathauschef auf Anfrage. Auch wenn die Gemeinde die Kreisverkehre nach wie vor begrüßen würde.

Dieter Lengemann

Man bedauere die Entscheidung von Hessen Mobil, teilt die SPD-Fraktion schriftlich auf HNA-Anfrage mit. Man müsse diese allerdings „erst einmal so hinnehme“. Das weitere Vorgehen mache man von den Auswertungen der Untersuchungen abhängig, die Hessen Mobil in Kürze der Gemeinde Fuldabrück und der Wirtschaftsförderung Region Kassel bekannt geben wolle. „Erst danach ist eine genaue Bewertung unsererseits möglich.“ Weiter heißt es in der Mitteilung, dass sich die Bemühungen der SPD-Fraktion insofern gelohnt haben, „dass im OT Dörnhagen an der vorgesehenen Stelle des Kreisverkehrsplatzes von Hessen Mobil eine grundhafte Erneuerung am Ortseingang von Kassel kommend (Honsel-Tankstelle) noch dieses Jahr erfolgen soll“.

Die CDU will Hessen Mobil „zu gegebener Zeit“ noch einmal an die gewünschten Kreisel erinnern. „Wir verfolgen das Ziel weiterhin“, sagt der Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Lange. Vielleicht hätten derzeit andere Projekte Vorrang gegenüber den Kreisverkehren in Fuldabrück.

Günter Hesse (AfD) meint auf HNA-Anfrage, man habe zwar das Thema innerhalb der Partei noch nicht besprochen. Wenn es aber darum gehe, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, stehe man hinter den Plänen der anderen Fraktionen, an den betroffenen Stellen im Ort Kreisel einzurichten.

Rudolf Zeidler (UBF) spricht sich wie bisher gegen die geplanten Kreisel aus. Der Verkehr regle sich auch so.

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