Kindergarten-Besuch in Fuldabrück wird teurer

Zukunft der Gemeinde soll mehr kosten: Die Eltern der Kinder, die in den Ortsteilen Bergshausen, Dennhausen/Dittershausen und Dörnhagen untergebracht sind, müssen bald mehr für die Betreuung ihrer Sprösslinge bezahlen. Foto: dpa

Fuldabrück. Eltern müssen für ihren Nachwuchs ab 1. September mehr zahlen, wenn er einen Kindergarten besucht. Die Gemeindevertreter änderten dafür die Satzung.

Weniger Flexibilität bei den Betreuungszeiten und höhere Gebühren kommen auf Eltern von Kindergartenkindern in Fulda-brück zu. In Kraft treten sollen die Änderungen in der Kita-Satzung zum 1. September 2016. Vorausgesetzt, die beteiligten Gremien stimmen dem Entwurf zur Satzungsänderung zu.

Einen ersten Entwurf der Gemeinde zur Satzungsänderung hatten Eltern heftig kritisiert. Am Montagabend setzten sich Rathauschef und Gemeindemitglieder erneut mit den Elternvertretern zusammen. „Wir haben den Entwurf in einem konstruktiven und sachlichen Gespräch diskutiert und einen Kompromiss gefunden“, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD).

Konnten Eltern ihre Kinder bislang zu täglich wechselnden Zeiten unterbringen, müssen sie nun alle drei Monate aus vier Modulen wählen. Diese schränken die Flexibilität insofern ein, als dass Eltern sich für jeweils zwei Tage und drei Tage der Woche auf eine kurze oder lange Betreuungszeit festlegen.

Im ursprünglichen Entwurf hatte die Gemeinde vorgesehen, dass die Betreuungszeiten nur wochenweise festgelegt werden dürfen. Für viele Eltern hätte das bedeutet, dass sie ihre Kinder länger unterbringen müssen als beruflich erforderlich. Damit hätten sie in der Summe auch mehr zahlen müssen.

Statt einer Erhöhung der Gebühren um 20 Cent wird der Kita-Beitrag für Kinder über drei Jahren zum 1. September um zehn Cent auf 1,30 Euro (derzeit: 1,20 Euro) angehoben. Bis 2018 sollen pro Jahr zehn Cent hinzukommen. Die Gebühren für U 3-Kinder steigen um 20 Cent auf 1,40 Euro (derzeit: 1,20 Euro) und sollen 2020 bei 1,80 Euro liegen. Das Mittagessen von drei Euro pro Mahlzeit wird nun nicht mehr pauschal abgerechnet, sondern tageweise.

Die Erhöhung der Gebühren soll das Defizit im Gemeindehaushalt (2016: 480 000 Euro) reduzieren. Die „Optimierung“ der Betreuungszeiten mache laut Kinderförderungsgesetz (KiföG) eine höhere Landesförderung möglich. Auch die Personalplanung sei damit besser zu handhaben. Lengemann hatte die Flexibilisierung zugunsten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor etwa zehn Jahren mit eingeführt. „Das KiföG hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Christian Förster, Vorsitzender des Elternbeirats der Kita Bergshausen, muss für seine beiden Kinder nun etwa 100 Euro im Monat mehr bezahlen. „Das tut weh“, sagt er. Aber man sollte „nicht immer Niestetal und Baunatal als Gegenbeispiel sehen, wo Eltern zum Teil nichts für die Unterbringung ihrer Kinder zahlen müssen.

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