Blitzer bei Fuldabrück: TV-Anwalt Posch schaut genauer hin

Blitzer am neuen Standort: Wer von der Autobahn 7 aus Süden kommt und auf die A 44 in Richtung Dortmund wechselt, kommt am neuen Blitzer vorbei. Dort gelten 80 km/h. Foto:  Hedler

Fuldabrück. Die Situation rund um die Blitzer auf der A 44 bei Bergshausen beschäftigt mittlerweile auch Kassels bekannten TV-Anwalt Christopher Posch und dessen Vater, den ehemaligen hessischen FDP-Verkehrsminister und Anwalt Dieter Posch.

Mehrere ihrer Mandanten seien an der neuen Messanlage bereits geblitzt worden, teilen sie mit. An das hessische Innenministerium haben sie bereits einen Brief geschrieben. Darin bitten sie auch um Aufklärung darüber, warum der feste Blitzer verlagert wurde.

Christopher Posch

In ihrem Schreiben an das Ministerium stützen sich die Anwälte auch auf einen HNA-Bericht: „In der HNA war zu lesen, dass nach polizeilichen Aussagen derzeit lediglich ein Probebetrieb laufe.“ In der Kanzlei seien nun Mandanten vorstellig geworden, die geblitzt worden sein. Wie viele Mandanten betroffen sind, wollte Christopher Posch nicht sagen.

Matthias Mänz, Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, bestätigt, dass derzeit der Probebetrieb an dem neuen festen Blitzer läuft. „Bescheide werden aber nicht verschickt“, sagt er unserer Zeitung. Der Probebetrieb diene lediglich der technischen Einstellung der Anlage. Das müsse passieren, damit die Messungen später einmal Bestand vor Gericht haben, erklärt er gegenüber der HNA.

Vor drei bis vier Wochen sei das Geschwindigkeitsmessgerät aufgebaut worden, kurz danach begann der Probelauf. Wann die Anlage „scharf“ gestellt wird, ist noch nicht klar. Ein Datum möchte die Polizei aber auch nicht öffentlich bekannt geben. Aktuell stehen noch Gutachten aus, so Matthias Mänz.

„In einer engen Kurve“ 

Der neue Blitzer, der von der Autobahn 7 aus Süden kommend in der Kurve auf die A 44 steht, misst die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge lediglich in eine Richtung. „Genau an dieser Stelle gibt es einen Unfallschwerpunkt,“ begründet Mänz den Standort. In der Gegenrichtung sei dagegen keine Messung nötig.

Matthias Mänz

Mit dem Brief an das Wiesbadener Ministerium geht auch ein Fragenkatalog einher. Vor allem die Wahl des Standorts beschäftigt die Juristen. Warum „im Scheitelpunkt einer engen Kurve“ der Blitzer stehe, obwohl der Schwerverkehr dort ohnehin nicht schneller als 80 km/h fahren dürfe. Außerdem fragen sie, ob bedacht wurde, dass es zu spontanen Bremsvorgängen kommen könne, sollten Verkehrsteilnehmer die Anlage entdecken.

Lärmschutz gewährleistet? 

Auch den Lärmschutz thematisieren die Anwälte: Welche Bedeutung dieser für die Aufstellung der Anlage am neuen Standort hatte, fragen sie, und ob der Lärmschutz an neuer Stelle gewährleistet werde. Weitere Fragen, die ans Ministerium gegangen sind, beschäftigen sich mit den Bußgeldeinnahmen der vergangenen Jahre durch die Anlagen an der Bergshäuser Brücke und wie viele Verkehrsunfälle seinerzeit zur Blitzer-Aufstellung an der Bergshäuser Brücke geführt hätten.

Vor einigen Tagen haben die Kasseler Juristen die Anfrage nach Wiesbaden geschickt. Eine Antwort steht noch aus. Eine HNA-Anfrage beim Innenministerium am Freitag blieb bis zum Abend unbeantwortet.

Unterdessen wird in Politiker-Kreisen gerätselt, ob nun, da die festen Blitzer an der Bergshäuser Brücke entfernt wurden, auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h aufgehoben werden müsste. Dies hätte dann weitere Auswirkungen auf den Lärmschutz.

 

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