Trauerspiel um Bürgerhaus: Pachtvertrag aufgelöst

Das Bürgerhaus von außen: Jetzt wird ein neuer Pächter für Bürgerhaus inklusive Restaurant (rechts) gesucht. Fotos: Büntig

Fuldabrück. Der Streit um das Bürgerhaus Dennhausen/Dittershausen hat ein Ende genommen: Der ehemalige Pächter hat den Auflösungsvertrag unterzeichnet. Damit steht das Bürgerhaus wieder frei zur Verpachtung.

„Ich bin mehr als froh darüber, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist“, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann zur Beendigung des Pachtvertrages für das Bürgerhaus in Denn-/Dittershausen. Mit der Unterzeichnung des Auflösungsvertrags durch den Pächter Edgar Müller hat die Gemeinde Fuldabrück nach vielen Monaten ihr Ziel erreicht: Der Streit zwischen Bürgerhaus-Pächtern, Gemeinde und den Vereinen um die Neukonzeption des Hauses kann beigelegt werden.

Dabei begann alles so vielversprechend, als Edgar und Anke Müller im Januar 2014 als neue Pächter das Bürgerhaus in Denn-/Dittershausen übernahmen. Hochmotiviert versprachen die neuen Betreiber, ein interessantes und vielseitiges Konzept umzusetzen.

Dafür musste zunächst die gutbürgerliche „Kupferkanne“ mit Schnitzel und Pommes dem erlesenen Restaurant „essgenuss“ - mit Speisen im gehobenen Preissegment - weichen. Erste Probleme ergaben sich daraus, dass nun jedoch weder die gut-bürgerlichen Fuldabrücker noch Vereinsmitglieder in Trainingskleidung oder Familien mit kleineren Kindern in dieses Ambiente passten.

Pächter luden Stars ein

Das entscheidende Standbein sah das Pächterehepaar auch weniger im Restaurant als in der Durchführung hochkarätiger Tanzveranstaltungen und dem Angebot von Tanzkursen. Stars wie Motsy Mabuse füllten zunächst auch tatsächlich den Saal im Bürgerhaus - vorwiegend mit auswärtigen Gästen.

Ein kontinuierliches Angebot ließ sich allerdings nicht etablieren: Die angekündigten, vielseitigen Veranstaltungen mit regionalen Künstlern im Bereich Theater, Konzert, Comedy, Diashows oder Lesungen gingen nie über die Planungsphase hinaus.

Die Fuldabrücker äußerten ihren Unmut über diese Situation: Sie fühlten sich unwillkommen, Annäherungsversuche seitens der Gemeinde und der Vereine scheiterten regelmäßig. Mit einer Anzeige an die im Haus ansässige Feuerwehr eskalierte das ohnehin frostige Verhältnis und viele Bürger reagierten mit Ignoranz: Sie mieden das Restaurant und letztendlich das gesamte Bürgerhaus. Versammlungen und Feiern der Vereine sowie der Gemeinde wurden verlagert, selbst Beerdigungskaffees fanden in anderen Orten statt.

Diesen für alle Seiten unbefriedigenden Zustand versuchte die Gemeinde bereits im Oktober 2014 mit einem Auflösungsvertrag zu beenden. Dass das bis 2018 gültige Pachtverhältnis vorzeitig beendet werden konnte, scheiterte jedoch an den finanziellen Forderungen des Pächters. Dem erneuten Versuch der Gemeinde, den Pachtvertrag aufzulösen, im November 2015, stimmte Müller nun zu. Der Gemeinde entstehen daraus keine Kosten.

Ziel der Gemeinde Fuldabrück ist es nun, möglichst bald einen neuen Pächter zu finden. „Wir hoffen natürlich, dass sich jemand bewirbt, der Erfahrung mitbringt“, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann. Wer interessiert ist, der kann sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen. Ansprechpartnerin ist Tina Raabe, Am Rathaus 2, 34277 Fuldabrück, Telefon: 05665/94 63-34, E-Mail: tina.raabe@fuldabrueck.de. Die offizielle Ausschreibung der Gemeinde erfolgt kurzfristig.

Von Sabine Büntig

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.