Mit Huskies auch im Reinhardswald unterwegs

Andree Morth aus Fuldatal trainiert Schlittenhunde

Fuldatal. Vielen Menschen gilt der Hund als bester Freund im Leben - für Andree Morth sind seine Huskies als Teil der Familie aber viel mehr.

Regelmäßig spannt der 45-Jährige seine Vierbeiner vor den Wagen und düst mit ihnen durch den Reinhardswald. Auch zu Hause dürfen die Hunde toben und spielen, denn in seinem Garten hat Morth in mühevoller, vierjähriger Eigenarbeit einen Freilauf für sie gebaut.

Morth arbeitet als IT-Fachmann und wohnt zusammen mit Dorothe Wolf in Fuldatal-Simmershausen. Gemeinsam versorgen sie ihre Siberian Huskies und Samojede-Hunde. Während Morth die Tiere vor den Wagen oder den Schlitten spannt, geht Wolf mit den Hunden laufen.

„Für mich sind Tiere keine Sportgeräte“, sagt Morth, der sich selbst Marathonhund nennt und unter diesem Namen auch in Schlittenhund-Kreisen bekannt ist. Ihm sei es wichtig, dass es den Tieren gut geht, ihr Körper geschont wird und sie sich nicht quälen müssen. Verantwortung ist für ihn das entscheidende Stichwort im Umgang mit Tieren.

In Aktion: Beim tschechischen Sedivackuv-Long-Distanz-Rennen legten Morth und seine Hunde 240 Kilometer zurück. Foto: privat/nh

Seine Tour findet derzeit mangels Schnee nicht auf einem Schlitten statt, sondern mit dem Wagen. Zu Beginn bellen und jaulen die Hunde - sie wollen endlich loslaufen. Deswegen benötigt Morth auch die Hilfe von seinem Teammitglied Susanne Popp, die ebenso leidenschaftlich mit den Tieren unterwegs ist. „Ich vertraue ihr zu hundert Prozent“, sagt er. Und sobald alle fünf Hunde an den Wagen gespannt sind, geht es auch schon los.

Ganz vorn laufen die Leithunde. Sie müssen dieAnweisungen des Mushers, wie sich der Lenker des Hundegespanns in der Fachsprache nennt, genau umsetzen. In der Mitte des Gespanns sind die Teamhunde positioniert und die Hunde ganz hinten am Wagen nennt man Wheeldogs. Morth steht als Musher hinten auf dem Wagen. „Wenn Schnee liegt, es glockenklar ist und dann noch der Mond scheint, willst du nichts anderes mehr im Leben machen“, erzählt er während der Fahrt.

Im Januar war Morth mit seinem Team und den Tieren in Tschechien beim Sedivackuv Long, einem Distanzrennen über vier Etappen und insgesamt 240 Kilometer. Als früherer Marathon-, Triathlon- und Ironman-Teilnehmer sind Morth lange Strecken vertraut und bilden für ihn eine besonders spannende Herausforderung.

Mit Schlittenhunden durch den Reinhardswald

Er selbst beschreibt das Fahren mit seinen Huskies aber nicht als Wettkampf: „Es ist eine Lebenseinstellung. Während andere auf der Couch sitzen, Chips essen und Fernsehschauen, erlebe ich das hier und kann mein kleines Alaska ausleben.“ Ihm sei es wichtig, dass durch seine Ausflüge niemand zu Schaden kommt, weder die Hunde noch der Wald oder die Wildtiere. Ganz im Gegenteil: Morth lebt im Einklang mit der Natur und seinen Hunden. Und wenn es nach ihm geht, wird das auch noch lange so bleiben.

Gästefahrten sind buchbar unter Tel. 0174 / 1876137 und team@marathonhund.de

Von Lara Thiele

Rubriklistenbild: © Foto: Thiele

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