Rothwesten nur noch Reserve

Erstaufnahme in Fuldatal: Flüchtlinge sind abgereist

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Große Hilfe: Christian Winning (ASB, von links), Shukari Sahil (15) aus Afghanistan und Alexandra Popovski-Stephenson (ASB) freuen sich über die Kofferspenden.

Fuldatal. Nun sind sie weg: Mit einem Bus sind gestern die letzten 19 Bewohner der Erstaufnahme in Fuldatal-Rothwesten nach Calden gebracht worden. Ein Großteil der Flüchtlinge war bereits Montag umquartiert worden. Die Unterkunft an der Fritz-Erler-Anlage hat vorerst ausgedient.

Das hessische Sozialministerium hatte Anfang des Monats verkündet, dass die für bis zu 900 Flüchtlinge ausgelegte Anlage dichtgemacht wird. Sie hat jetzt nur noch Reserve-Status.

„Wir werden jetzt nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium zwei Wochen lang die Anlage aufräumen und soweit zurückbauen, dass sie im Notfall wieder einsatzbereit ist“, sagte Einrichtungsleiter Ansgar Zwergel vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) gestern bei der Verabschiedung der letzten Bewohner.

Abschied: Uwe Botthof vom Sicherheitsdienst öffnete gestern Vormittag zum letzten Mal die Schranke. Der Bus brachte die letzten 19 Flüchtlingen nach Calden.

Hohe Spendenbereitschaft

Kurt Heldmann, Sprecher des für die Erstaufnahme zuständigen Regierungspräsidiums Gießen (RP), dankte den Menschen aus Fuldatal und Umgebung, die in den vergangenen Tagen Koffer, Reisetaschen und Rucksäcke für die Abreise gespendet hatten. Vor einer Woche hatten die Helfer in der ehemaligen Fritz-Erler-Kaserne lediglich 70 Koffer für 200 Flüchtlinge zur Verfügung.

Nach dem Aufruf in der HNA „haben wir eine beeindruckende Spendenbereitschaft der Bevölkerung erlebt“, sagte Heldmann. „Wir haben jetzt sogar rund 100 Koffer zu viel.“ Die überschüssigen Spenden würden mit nach Calden genommen und in die Unterkunft nach Niederzwehren gebracht. „Dort benötigen wir noch dringend Koffer und Reisetaschen.“

Die Entscheidung des Sozialministeriums, die Anlage stillzulegen, hat aber nicht nur Auswirkungen auf die bis dahin dort lebenden Flüchtlinge, sondern auch auf die monatelang dort beschäftigten Mitarbeiter. Schließlich haben in der Erstaufnahme bis zu 160 Menschen gearbeitet, darunter 40 Ehrenamtliche.

Große Hilfe: Christian Winning (ASB, von links), Shukari Sahil (15) aus Afghanistan und Alexandra Popovski-Stephenson (ASB) freuen sich über die Kofferspenden.

Und die Mitarbeiter?

Wie es für all die hauptamtlichen Dolmetscher, Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts, der sozialen Betreuung und der Verwaltung beruflich weitergeht, dazu machte RP-Sprecher Heldmann keine Angaben. Ansgar Zwergel vom ASB sagte: „Wir versuchen, unsere Leute woanders weiterzubeschäftigen.“

Dauerhaft vor Ort bleiben lediglich einzelne Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Sie sollen die menschenleeren Gebäude, die dem Bund gehören, weiterhin bewachen.

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