Gehölzschutz spielt keine Rolle

Fuldabrück: Senior streitet mit Behörden über Abholzung an Straßen

+
Von Hessischen Landtag ignoriert: Die Petition von Dieter Schmidt aus Dennhausen hatte keinen Erfolg. Schmidt hatte mit Blick auf den Gehölzschnitt entlang von Kreis- und Landesstraßen angeregt, Belange der Verkehrssicherheit wie auch des Naturschutzes unter einen Hut zu kriegen. 

Fuldabrück. Rentner Dieter Schmidt aus Dennhausen bemängelt die Art und Weise des Gehölzschnittes an Kreis- und Landesstraßen. Deshalb streitet er sogar mit den Behörden.

Weder der Hessische Landtag noch das Verkehrsministerium wollen sich offenbar mit der Frage beschäftigen, inwieweit der Gehölzschnitt entlang von Kreis- und Landesstraßen gleichzeitig Belange der Verkehrssicherheit wie auch des Naturschutzes berücksichtigen kann.

Zumindest geht das aus einem Antwortschreiben des Verkehrsministeriums an Dieter Schmidt aus Dennhausen hervor. Schmidt, Landesbeamter a. D. und Mitglied beim Nabu Schwalm-Eder, hatte beklagt, dass die Gehölzpflege am Straßenrand durch Hessen Mobil mit ungeeigneten Maschinen und daher nicht sachgerecht im Sinne des Natur- und Biotopschutzes vorgenommen würde.

Sträucher schwer beschädigt

Anlass war ein Gehölzschnitt im Februar entlang der K13 von Kassel nach Dennhausen: Große Sträucher mit bis zu fünf Zentimeter dicken Ästen waren dort mit einem Gehölzkopf geschnitten und dadurch schwer beschädigt worden. Hessen Mobil hatte damals ein Nacharbeiten mit Motorsägen angekündigt.

„Eigentlich hatte ich die Petition an den Hessischen Landtag gerichtet“, sagt Schmidt. Ziel sei es gewesen, auf politischer Ebene bestehende Vorschriften so zu ergänzen, dass mit Blick auf die Gehölzpflege an Straßen künftig auch der Naturschutz nicht zu kurz kommt. „Stattdessen wurde die Petition einfach ans Ministerium weitergeleitet“, sagt Schmidt. „Und die können nicht anders antworten als im Sinne bestehender Regeln.“

Tatsächlich werden laut Ministerium Gehölze entlang von Straßen als Straßenbegleitgrün – und somit als fester Bestandteil der Straße – eingestuft. „Die Pflanzungen erfolgen nicht als Biotop“, heißt es in dem Schreiben an Schmidt. Vielmehr seien sie ein funktionaler Bestandteil des Verkehrsraums zum Erhalt der Verkehrssicherheit.

Inakzeptable Ignoranz

„Es ist diese eindimensionale Sichtweise auf Hecken, die es offenbar erlaubt, mit ihnen machen zu können, was man will. Ich sehe die Notwendigkeit von Gehölzschnitt entlang von Straßen aus Sicherheitsgründen absolut ein, ich bemängele nur die Art und Weise, wie es gemacht wird“, stellt Schmidt klar. Denn natürlich erfülle Straßenbegleitgrün auch eine wichtige ökologische Funktion. Dies einfach zu ignorieren, sei kaum akzeptabel.

Auch ärgert sich Schmidt über die Feststellung des Ministeriums, dass es sich bei dem Einsatz von Gehölzköpfen um ein „seit Jahren allgemein gebräuchliches Verfahren“ handele. „Nur weil auch in der Vergangenheit so geschnitten wurde, wird ein fehlerhaftes Vorgehen nicht richtiger“, sagt Schmidt.

Unter dem Strich fühlt sich Schmidt weder vom Landtag noch vom Ministerium als mündiger Bürger ernst genommen. „Dabei müsste mein Anliegen auch im ureigenen Interesse einer von den Grünen mitgeführten Landesregierung sein“, sagt der Dennhäuser.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.