Alu statt Holz bei Simmershausen

Neue Brücke für Radfahrer an der Fulda

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Holz versus Alu: Ein Kran der Firma Regel hebt die neue Brücke vom Tieflader und schwenkt sie über den Mühlbach.

Fuldatal. Es gibt einen neuen Überweg am Radweg R1 an der Fulda bei Wilhelmshausen. Bevor die Brücke aufgebaut werden konnte, wurde sie zunächst aber von der Polizei gestoppt.

Eigentlich sollte alles ganz fix gehen: Vorgestern stand frühmorgens der Kran der Firma Regel neben dem Mühlbach an der Einmündung zur Fulda bereit, um eine 3,50 Meter breite und rund neun Meter lange Fertigbrücke aus Aluminium auf die schon einbetonierten Widerlager in der Lücke des Radwegs R1 in Wilhelmshausen zu hieven. Doch dann ging nichts mehr: Der Tieflader, der im Auftrag der Brückenbaufirma Glück vom Bodensee das Bauwerk nach Fuldatal transportieren sollte, wurde kurz vor Kassel und einer Baustelle auf der Autobahn A 7 gestoppt. Die angereisten Arbeiter vom Bodensee und die Mitarbeiter der Firma Heppe warteten vergebens.

Erst einen Tag später, gestern am frühen Morgen, konnte der Kranführer die inzwischen eingetroffene Brücke in die Widerlager zirkeln. Das ging problemlos. Die rund neun Meter lange Brücke wurde gleich verschraubt. Ab nächster Woche werden Mitarbeiter der Firma Heppe den Radweg, der auf beiden Seiten des Mühlbachs endet, auf das Niveau der Brücke angleichen und später asphaltieren. Voraussichtlich ab Mitte September können sie Radler und Fußgänger benutzen.

Die neue Brücke ersetzt den in die Jahre gekommenen Holzsteg über den Mühlbach, der so schmal war, dass zwei Radler Mühe hatten, auf dem Bauwerk aneinander vorbeizukommen. „Die tragende Unterkonstruktion war durchgefault“, sagt Armin Reiting, Fachbereichsleiter der Gemeinde Fuldatal. Die neue Brücke hat nach seinen Angaben inklusive der Planungskosten und Tiefbauarbeiten 80 000 Euro gekostet, das Bauwerk selbst 40 000 Euro. Das Land hat das Bauprojekt bezuschusst.

Das Projekt, durch das der beliebteFernradweg nun auch im Bereich von Wilhelmshausen mit seiner dann drei Meter breiten Fahrbahn die Premium-Kriterien erfüllt, hätte durchaus wesentlich teurer werden können. Denn die Böschung des Mühlbachufers ist wenig tragfähig. An sich hätte erst einmal ein aufwendiges Betonfundament errichtet und damit zahlreiche Genehmigungsverfahren wegen des Eingriffs in das Gewässer durchlaufen werden müssen. Doch der planende Ingenieur Winfried Roolf, Geschäftsführer des Ingenieurbüros RNT aus Kassel, kam auf eine viel kostengünstigere Lösung: Nach einer Baugrunduntersuchung ließ er Spundwände bis zu acht Meter tief in die Böschung rammen, bis diese festen Untergrund erreichten. Auf diesen Wänden konnten dann die Widerlager der Brücke errichtet werden. Die neue Brücke sei so stabil, dass sogar theoretisch Pkw darüberfahren könnten, sagt Roolf.

Bei Anwohnern und Radfahrern seien die Arbeiten auf großes Interesse gestoßen. „Manche haben an der Baustelle sogar ein Picknick gemacht“, berichtet Reiting.

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