Flexibler als ein Teleskop

Neues Großfernglas für Sternwarte Rothwesten

+
Freuen sich über ihr neues Fernglas: Angelika Spitzer-Klinger und Ralf Gerstheimer vom Team der Volkssternwarte Rothwesten. 

Fuldatal. Die Sternwarte in Rothwesten hat ein neues Großfernglas. Gegenüber den bereits drei vorhandenen Teleskopen bringt das rund 3000 Euro teure Gerät drei entscheidende Neuerungen für Besucher.

Es ist binokular, man kann also mit beiden Augen durchschauen, es ist flexibler einsetzbar und das Beobachtungsfeld ist weiter als bei vielen Teleskopen.

„Mit dem Großfernglas haben wir uns einen großen Wunsch erfüllt“, sagt Angelika Spitzer-Klinger (61) aus Fuldatal. Die Tochter des Sternwartengründers Georg Spitzer betreibt mit einem Dutzend anderen Hobby-Astronomen das öffentliche Observatorium.

„Natürlich sind wir mit unseren Teleskopen gut aufgestellt“, sagt Ralf Gerstheimer aus Habichtswald, der ebenfalls zum Sternwartenteam gehört. „Aber das Fernglas eröffnet uns neue Möglichkeiten“, sagt der 56-Jährige und erklärt, dass anhand der Andromeda-Galaxie, dem fernsten Objekt, das man in klaren, dunklen Nächten von der Erde aus mit bloßem Auge erkennen kann: Die Galaxie sei etwa zweieinhalb Millionen Lichtjahre entfernt und sechs Vollmond-Durchmesser groß. „Mit unserem Teleskop können wir davon ein Sechstel abbilden“, sagt Gerstheimer, „mit dem neuen Fernglas sehen wir die gesamte Galaxie“.

Andromeda-Galaxie: Das Sternbild ist etwa zweieinhalb Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Die astronomische Beobachtungsspanne des Geräts liege zwischen 400 000 Kilometern – das entspricht der Entfernung zum Mond – und mehr als zehn Millionen Lichtjahren. Ein Lichtjahr beschreibt die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Das sind etwa 9,5 Billionen Kilometer.

Das leicht abgewinkelte Fernglas verfügt über ein Stativ, das auf der etwa zwölf Meter hohen Aussichtsplattform der Sternwarte variabel einsetzbar ist. „Vom Beobachtungskomfort ein fantastisches Gerät“, schwärmt Angelika Spitzer-Klinger. Mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro hat die Kasseler Sparkasse die Anschaffung des Fernglases unterstützt. Die übrigen Kosten hat das Team der privat organisierten Sternwarte selbst bezahlt.

Seit 53 Jahren thront das Observatorium auf der Spitze des Häuschensbergs. Pro Jahr kommen 1000 bis 2000 Menschen zur Sternwarte, um in ferne Galaxien zu blicken. Bei klarem Himmel hat die Volkssternwarte Rothwesten jeden Samstagabend geöffnet. Die Führungen beginnen von Oktober bis März um 20 Uhr. Im April und September um 21 Uhr. In den Sommermonaten finden die Führungen auf Anfrage statt. Der Eintritt ist frei.

• Kontakt: Angelika Spitzer-Klinger, 05607/7712. www.volkssternwarte-rothwesten.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.