Personalbedarf im Kreis steigt

Zweite Unterkunft in Fritz-Erler-Anlage belegt: Platz für 65 Flüchtlinge

Neue Gemeinschaftsunterkunft auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage: Tagsüber sind nur wenige Bewohner vor Ort. Mit Bussen werden sie zu den Sprachkursen in der Stadt gefahren. Foto: Schürgels

Fuldatal. Auf dem Gelände der ehemaligen Fritz-Erler-Kaserne in Fuldatal-Rothwesten hat der Kreis Kassel eine zweite Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge eröffnet.

An der Sonnenallee 22 wurden in den vergangenen Wochen insgesamt 26 Wohnungen hergerichtet. Seit dem 2. Dezember sind die Zimmer belegt. Die Unterkunft bietet Platz für bis zu 65 Personen.

„Bis auf wenige freie Betten, ist die Unterkunft voll belegt“, sagt Gabriele Hennig, die die erste Unterkunft leitet und übergangsweise auch für das Nachbargebäude zuständig ist. Denn im Team wird händeringend nach neuem Personal gesucht. „Wir sind gerade in intensiven Bewerbungsgesprächen. Wir besetzen zwei Stellen täglich“, sagt Jörg Roßberg vom Fachbereich Soziales des Landkreises Kassel. „Vor allem „Kümmerer“ sind gesucht. Bewerbungen können an den Kreis geschickt werden“, fügt er hinzu. Für das Haus auf der Anlage könne ab Anfang 2016 mit Unterstützung gerechnet werden, sagt Roßberg weiter.

Neben alleinreisenden Männern und Frauen sind dort fünf Familien untergebracht. Drei davon mit kleinen Kindern. „Grundsätzlich ist es uns wichtig, dass wir eine vernünftige Mischung in den Häusern haben. Dort, wo Kinder sind, ist gleich eine ganz andere Stimmung“, sagt Gabriele Hennig.

Lange Flure, improvisierte Türschilder, weiße Wände. Nicht nur die sanitären Anlagen lassen das Kasernenflair erkennen. Noch ist nicht alles fertig im alten Gebäude. Die Arbeiter richten das zweistöckige Gebäude weiter her. Im Erdgeschoss wird es Schulungsräume geben, die vor allem für Sprachkurse genutzt werden sollen. Derzeit finden die Kurse tagsüber außerhalb der Anlage statt. „Die Menschen leben sich hier gerade ein, noch ist nicht alles perfekt“, sagt Gabriele Hennig. Erst Ende November haben die Bewohner einen Tag der offenen Tür veranstaltet, um sich bei den vielen freiwilligen Helfern zu bedanken. „Ohne diese Helfer ist die Arbeit so hier nicht möglich“, sagt die Leiterin. Es habe sich ein großer Unterstützerkreis gebildet. Viele helfen als Fahrdienst oder bieten Hilfe bei Sprachkursen an.

Zweite Gemeinschafts-Unterkunft in Fritz-Erler Anlage

Neben den beiden Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises befindet sich in unmittelbarer Nähe die Erstaufnahmeeinrichtung vom Land Hessen. Befürchtungen, dass es zu Problemen zwischen den getrennten Einrichtungen kommt oder sich die Bewohner vermischen, gibt es aus Sicht des Landkreises nicht. Man werde lernen, wie sich das einspielt, und bei Bedarf reagieren. Einlassbändchen zur Kontrolle seien das letzte Mittel, sagt Jörg Roßberg.

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