Helfer suchen Koffer 

Rothwesten: Flüchtlinge reisen Mittwoch ab

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Kurz vor der Abreise: Kerstin Schäfer (Mitte) verteilt gespendete Koffer und Reisetaschen an Dunya Shaabo aus Syrien (von links), Daniel Azadmanish aus dem Iran sowie an Marzia Hassanzade und Mohammadi Nafasgul aus Afghanistan.

Fuldatal. Die Erstaufnahme in Fuldatal-Rothwesten ist ab Mittwoch Geschichte – zumindest vorerst.

Nachdem das hessische Sozialministerium Anfang des Monats verkündet hat, dass die Einrichtung an der Fritz-Erler-Anlage künftig nur noch Reserve sein soll, reisen die letzten Flüchtlinge am Mittwoch, 28. September, ab. Sie werden in Bussen nach Calden verlegt, wie Kurt Heldmann, Sprecher des zuständigen Regierungspräsidiums Gießen (RP), der HNA am Donnerstag vor Ort berichtete.

Derzeit leben noch rund 200 Flüchtlinge in der Erstaufnahme. "Damit alle ihre Sachen mitnehmen können, suchen wir dringend Kofferspenden", sagt Kerstin Schäfer. Die 50-Jährige koordiniert in der Erstaufnahme die Sozialbetreuung im Auftrag des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Bisher seien 70 Koffer, Reisetaschen und Rucksäcke gespendet worden. "Wir benötigen aber noch viel mehr und nehmen alles", sagt sie.

Schließlich leben einige der Flüchtlinge bereits seit Februar in der Einrichtung. "Sie kamen mit einer Plastiktüte zu uns und wurden dann erst einmal für die kalte Jahreszeit eingekleidet", sagt Schäfer. Im Laufe der Zeit sei dann Sommerkleidung hinzugekommen. "Und sie waren mit ihrem Taschengeld natürlich auch einkaufen", sagt Heldmann. Plastiktüten würden deshalb längst nicht mehr ausreichen, um alle Spielsachen, Kleidung und andere persönliche Gegenstände mit nach Calden zu nehmen. Bislang werde die Zuteilung der vorhandenen Spenden so geregelt, dass Familien große Koffer erhalten, Alleinstehende mitunter nur Rucksäcke.

Nachdem die letzten Flüchtlinge ausgezogen sind, werden die verbliebenen Mitarbeiter die Anlage aufräumen und so herrichten, dass die Reserve-Erstaufnahme im Notfall schnell wieder aktiviert werden kann. Betten und Möbel bleiben also vor Ort, frische Bettwäsche wird eingelagert.

Ende des Monats verlassen dann auch die Mitarbeiter sowie der Cateringdienst den Standort. Lediglich ein Sicherheitsdienst wird auf dem bundeseigenen Gelände bleiben, um die Gebäude zu bewachen.

Wie lange es dauert, eine passive Erstaufnahme dann wieder in eine aktive Einrichtung umzuwandeln, "das wissen wir nicht", sagt RP-Sprecher Heldmann. So einen Fall habe es in Hessen noch nicht gegeben. "Wir haben keinerlei Erfahrungswerte mit Reaktivierungen von Erstaufnahmen."

Die Gemeinschaftsanlage für Flüchtlinge an der Sonnenallee ist von der Schließung der Erstaufnahme übrigens nicht betroffen.

Gespendete Koffer, Reisetaschen und Rucksäcke nimmt der ASB bis spätestens Montag, 26. September, 12 Uhr, entgegen. Abgabe an der Erstaufnahme, Fritz-Erler-Anlage, Ikarusweg 8, Fuldatal-Rothwesten. Tel. 0 56 07/9 34 87 07.

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