Rothwesten: RP etabliert neues Konzept zur Betreuung von Flüchtlingen

Aller Anfang ist schwer: Die ehemalige Lehrerin Doris Dörsch aus Fuldatal (links) erklärt gerade Zolaikah Assay aus Afghanistan, wie das Wort „Schreiben“ richtig ausgesprochen wird. Der Sprachunterricht in der Erstaufnahme-Einrichtung des Landes in Fuldatal-Rothwesten (Fritz-Erler-Anlage) ist inzwischen ein wesentlicher Bestandteil der dortigen Integrationsarbeit geworden. Foto: Naumann

Fuldatal. Ab sofort gibt es ein neues Konzept zur Sozialbetreuung und Integration von Flüchtlingen in Erstaufnahme-Einrichtungen - und zwar im gesamten Regierungsbezirk Kassel.

Damit geht das Regierungspräsidium Kassel neue Wege in Sachen Flüchtlingsarbeit.

Entwickelt wurde es seit Oktober 2015 in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeiter-Samariter-Bund Nordhessen (ASB), der sich als Betreiber der Einrichtung in Fuldatal-Rothwesten (Fritz-Erler-Anlage) dort maßgeblich um die Flüchtlinge gekümmert hat.

„Spracherwerb, Kinderbetreuung und Beteiligung - das sind die drei Säulen, mit der wir den Flüchtlingen den Start hier erleichtern wollen“, sagt Maja Schauder vom ASB. Konkret heißt das: Dreistündige Intensivkurse in Deutsch gibt es ab sofort jeden Tag, spezielle Deutschkurse für Frauen ein- bis zweimal pro Woche.

Für Kinder werden ab sofort regelmäßig betreute Spielprogramme angeboten - auch das je nach Angebot bis zu sechs Stunden täglich. Eigens dafür wurden in der Fritz-Erler-Anlage bereits zwei Dachböden ausgebaut und entsprechend eingerichtet. „Beim Thema Beteiligung geht es darum, die Flüchtlinge gezielt und entsprechend ihrer Fähigkeit ins Alltagsleben der Einrichtung einzubinden - damit jeder seine Aufgabe hat“, sagt Schauder. Inzwischen seien 14 ASB-Mitarbeiter ständig vor Ort - hinzu kommen zig freiwillige Helfer.

All das sei noch zu Beginn der Flüchtlingskrise vor etwa einem Jahr keinesfalls selbstverständlich gewesen. Zwar habe man auch schon helfen können, nur noch nicht so strukturiert. „Wir wussten ja selbst nicht, wie es geht“, sagt Einrichtungsleiter Philipp Schulze, der schon Calden, Druseltal und andere Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes mit aufgebaut hat. „Das Zusammenwirken von Flüchtlingen, Sozialarbeitern und Freiwilligen ist elementar. Insofern wird auch das neue Konzept zur Sozialbetreuung und Integration immer weiter entwickelt werden“, ergänzt Kurt Heldmann vom ASB. Immerhin: Das neue Konzept entspreche voll dem Hessischen Aktionsplan zur Integration von Flüchtlingen.

Aktuell leben in der Fritz-Erler-Anlage 172 Flüchtlinge, darunter rund 60 Minderjährige. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien (60), weitere kommen aus dem Irak (41), aus Afghanistan (39), aus dem Iran (17), aus Algerien (10) und aus Russland (5). Demnächst wird die Fritz-Erler-Anlage für weitere Flüchtlinge vorbereitet. Bis zu 900 können hier Platz finden.

Freiwillige, die sich für die Flüchtlingsarbeit in der Fritz-Erler-Anlage einsetzen möchten, können sich beim Arbeiter-Samariter-Bund melden. E-Mail: helfen-asb-fuldatal@web.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.