Schneckenexpertin aus Fuldatal gibt Tipps für einen Garten ohne Nacktschnecken

Mit Kopfsalat und Orangenschalen angelockt: Schneckenexpertin Gerlinde Yakisikli vom Nabu Fuldatal sammelt spanische Wegschnecken in ihrem Garten in Simmershausen ein. Foto: Schaffner

Fuldatal / Kreis Kassel. Sie sind der Schrecken eines jeden Hobbygärtners: Nacktschnecken. Wenn man sie lässt, fressen die schleimigen Weichtiere den halben Gemüsegarten leer.

Jetzt, in den frühen Herbstwochen, legen sie ihre Eier im Garten ab. Was können Hobbygärtner dagegen tun? Ein Überblick.

Wo legen Nacktschnecken ihre Eier ab?

Laut Schnecken-Expertin Gerline Yakisikli vom Nabu Fuldatal legen die hauptsächlich nachtaktiven Tiere ihre bis zu 400 Eier bevorzugt an geschützten Stellen ab: „Das kann unter Regentonnen sein, unter Blumentöpfen oder Steinen“, sagt die 66-jährige Naturschützerin. Die Schnecken nutzen aber auch Erdmulden, Laub und Komposthaufen.

Was sollten Hobbygärtner tun, wenn sie im Garten ein Nacktschneckengelege sehen?

Wer im nächsten Sommer keine Nacktschneckenplage haben möchte, sollte im Herbst vorsorgen und die milchigweißen, stecknadelgroßen Eier mit einer Schaufel oder per Hand entfernen. Wichtig: Schnecken legen ihre Eier nicht nur einmal ab. Also am besten genau hinschauen, wenn der Garten winterfest gemacht wird.

Sind Schnecken denn nicht auch wichtig im Garten?

Doch. Auch wenn viele Hobbygärtner die schmierigen Kriechtiere zu den Plagen zählen, sind sie doch ein wichtiger Teil des Ökosystems. „Nacktschnecken zersetzen Pflanzenteile und helfen, Humus zu bilden“, sagt Gerline Yakisikli, die ihren Garten in Simmershausen deshalb nie vollständig von Schnecken befreit.

Wie fängt man die erwachsenen Plagegeister am besten ein?

Die Naturschützerin aus Fuldatal empfiehlt, an ein, zwei Stellen im Garten Salatblätter und Orangenschalen auszulegen. „Das gehört zu ihrem absoluten Lieblingsfressen“, sagt die 66-Jährige. Ihr Tipp: Salat und Fruchtschalen dann mit einem nassen leeren Stoffsack bedecken, „darunter fühlen sich die Schnecken wohl“. Sind Nacktschnecken im Garten, kriechen Sie über Nacht unter den Sack und fressen sich satt. „Dann die Tiere einsammeln und in einem Biotop, beispielsweise an einem Bach, aussetzen, damit das ökologische Gleichgewicht erhalten bleibt.“

Welche Möglichkeiten gibt es, den Garten vor Nacktschnecken zu schützen?

Nacktschnecken, vor allem die Rote Wegschnecke, mögen keine ätherischen Öle. Lavendel, Rosmarin, Thymian und Knoblauch eignen sich also als Abwehrpflanzen im Gemüsebeet. „Nur die Spanische Wegschnecke, die frisst fast alles“, sagt Yakisikli. Das bräunliche, acht bis zwölf Zentimeter lange Tier gilt als einer der größten Schädlinge.

Wer sind die natürlichen Feinde der Nacktschnecken?

Nacktschnecken stehen hierzulande auf dem Speiseplan von Greifvögeln, Amseln, Elstern, Enten, Molchen, Fröschen und Kröten. Lediglich die Spanische Wegschnecke produziert deratig viel Schleim, dass viele Fressfeinde daran ersticken – und sie meiden. „Eine der effektivsten natürlichen Waffen ist deshalb der Tigerschnegel“, sagt Yakisikli. Der gelb-schwarz gestreifte und etwa 20 Zentimeter lange Schnegel, der selbst zu den Nacktschnecken zählt, frisst andere Arten auf – auch die Spanische Wegschnecke – und zählt deshalb unter Hobbygärtnern als Verbündeter im Kampf gegen die schleimigen Plagegeister.

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