Furchen im Fulda-Radweg: Vorbereitung der Sanierung hat Spuren hinterlassen

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Sichtbare Folgen: Den Fernradweg R1 von Fuldatal-Simmershausen in Richtung Kragenhöfer Brücke durchziehen momentan tiefe Spuren im aufgeweichten Boden. Der Abschnitt ist derzeit nur eingeschränkt nutzbar.

Fuldatal. Tiefe Furchen ziehen sich derzeit durch den Fulda-Radweg R1 von Fuldatal-Simmerhausen in Richtung Kragenhöfer Brücke.

„Wer hat denn da gewütet?“, fragt HNA-Leser Johannes Brenner aus Kassel. Er war gerade auf dem Fulda-Radweg R1 von Fuldatal-Simmershausen in Richtung Kragenhöfer Brücke unterwegs gewesen, um Naturfotos zu machen. Dabei stieß er auf tiefe, mit Schlamm gefüllte Furchen im Weg. Außerdem wurden Bäume entlang der Strecke gefällt und Sträucher am Gewässer gekürzt, beschreibt Brenner.

„Es handelt sich dabei um vorbereitende Arbeiten für den Ausbau des Fulda-Radwegs R1“, erklärt Martin Knopp, Fachbereichsleiter Tiefbau der Gemeinde Fuldatal, auf Anfrage der HNA. Die Baumfällarbeiten hätten aus naturschutzrechtlichen Gründen bis Ende Februar gemacht werden müssen. Denn im Zeitraum danach stünden Nist- und Brutzeiten bevor.

Leider sei der Boden derzeit wetterbedingt sehr nass und aufgeweicht. Daher hätten die Arbeiten diese Spuren hinterlassen. „Hätte es gefroren, wäre das kein Problem gewesen, aber bei den derzeitigen Wetterverhältnissen lassen sich diese Folgen leider nicht vermeiden“, sagt Knopp.

Johannes Brenner macht sich Sorgen um die Folgen der Arbeiten für die Natur. „Naturnah wurde hier nicht gehandelt, es wurde Lebensraum für viele dort ansässige Tiere vernichtet“, kritisiert er. Knopp beschwichtigt: „Die Eingriffe sind alle mit der Naturschutzbehörde abgestimmt und durch sie genehmigt.“

Knopp betont, dass der Weg im Moment nur eingeschränkt nutzbar ist. Damit Fußgänger und Radfahrer gewarnt sind, weise ein Schild den Bereich als Baustelle aus. „Und das wird auch erst einmal so bleiben“, so der Fachbereichsleiter weiter.

Denn voraussichtlich Ende April oder Anfang Mai würden die eigentlichen Sanierungsarbeiten am R1 beginnen. Dann wird der gesamte Weg ausgekoffert - das bedeutet, dass die Oberfläche abgetragen wird. Anschließend wird der Unterbau aus Schotter erstellt. Darauf wird dann später das Asphaltband aufgetragen.

Mitte August sollen die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen sein. Bis dahin wird der 2,5 Kilometer lange Bereich der Fuldatalstraße ab dem Landhaus Meister in Wolfsanger über das Restaurant Graue Katze und Roter Kater bis zur Kragenhöfer Brücke gesperrt. „Wir wollen dort einen Gefahrenpunkt vermeiden“, erklärt Knopp.

Mit dem Lückenschluss zwischen der Kragenhöfer Brücke und dem Schocketal bei Simmershausen wird der Fernradweg R1 entlang der Fulda im Bereich Kassel und Landkreis erstmals komplett ausgebaut sein. Die Sanierung des letzten Teilstückes bei Fuldatal hatte sich lange hinausgezögert, weil es zwischen der Gemeinde Fuldatal und dem Land Hessen Streit wegen der Kostenübernahme gab.

Die Gesamtkosten für die Sanierung werden mit 745.000 Euro beziffert. Die Gemeinde Fuldatal trägt dabei einen Anteil in Höhe von 223.000 Euro. Der Landkreis Kassel beteiligt sich mit 25.000 Euro an den Planungskosten.

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