Veckerhagener Straße Ihringshausen: „Umbau ist für uns Todesstoß“

Umbaupläne: Die Veckerhagener Straße soll in den kommenden zwei Jahren saniert und umgestaltet werden. Fotos: Dilling

Fuldatal. Einzelhändler in Ihringshausen befürchten einen massiven Umsatzrückgang durch die Sanierung der Veckerhagener Straße.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es das Textilgeschäft Raschdorff in Ihringshausen. Vor fünf Jahren hat es Marco Mucha übernommen. Doch Ende dieses Jahres ist Schluss. Mucha gibt auf und sagt: „Der Umbau der Straße ist der Todesstoß.“ Die Sanierung der Veckerhagener Straße habe den letzten Ausschlag für die Schließung des Geschäfts gegeben.

„Aber schon vorher ist es jedes Jahr weniger geworden“, sagt er. Richtige Perspektiven sieht er auch nicht für die Zeit danach, wenn die Straße umgebaut ist. Mit dieser Meinung steht Mucha nicht allein da. Das ergab zumindest eine stichprobenartige Befragung von Geschäftsleuten in der Ortsdurchfahrt, die ab nächstes Jahr neu gestaltet werden soll.

Die Befragten fürchten, dass die Umsätze zurückgehen und vermissen ein Konzept, mit dem wieder mehr Kunden in den Ortskern von Ihringshausen gelockt werden können. „Mich stört, dass die Straße schmaler wird“, sagt Dieter Strohbeck, Inhaber des Schreibwarengeschäfts. Außerdem werde es weniger Parkplätze geben, weil zusätzliche Bäume gepflanzt und die Bürgersteige breiter werden sollen. Es gebe inzwischen an der Veckerhagener Straße viele Pflegedienste, aber zu wenig an attraktivem Sortiment, das Leute bewegen würde, in Ihringshausen einen Einkaufsbummel zu machen. „Das gibt eine Pflegestraße“, sagt der Ladenbesitzer im sarkastischen Ton. Es fehle „ein System“, um den Ortskern für Kaufwillige attraktiver zu machen.

Ähnlich skeptisch äußert sich auch Apotheker Günter Ottmar. Die Gemeinde wolle vor seiner Apotheke zwei Bäume pflanzen, dafür fielen dann Parkplätze weg. Er will beim Umbau der Straße mitreden. „Gefragt sind Fantasie und guter Wille, und keine selbstherrliche Bürokratie“, sagt Ottmar. Wie Strohbeck beklagt er, dass es durch den Bau der Umgehungsstraße schon zu erheblichen Umsatzeinbußen im Einzelhandel gekommen sei.

„Für die kleinen Geschäfte wird es schwierig“, sagt Kerstin Müller, Inhaberin eines Handarbeitsgeschäfts. Als die Brücke über die Eisenbahnlinie monatelang Baustelle gewesen sei, habe sie einen Vorgeschmack davon erhalten, wie schlecht so etwas für den Umsatz ist. Sie würde interessieren, was die Gemeinde tue, um weitere Geschäfte nach Ihringshausen zu locken, sagt Müller.

Klaus Kompenhans, zweiter Vorsitzender des Handwerk- und Gewerbevereins, bestätigt, dass es Befürchtungen gibt, es könnten viele Kunden wegbleiben. Der Umbau der Veckerhagener Straße werde bei der nächsten Versammlung des Vereins „ein Riesenthema“ sein, sagte er. Versammlung des Handwerk- und Gewerbevereins Fuldatal, Donnerstag, 19. November, 19.30 Uhr, Haus Schönewald, Simmershausen.

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