Vorerst Platz für 382 Flüchtlinge in der Fritz-Erler-Anlage

Containerdorf: Vor den Mannschaftsunterkünften wurden Bürocontainer aufgestellt, die zu sanitären Anlagen umfunktioniert wurden. Hier befinden sich Duschen, Toiletten sowie zwei Container, die mit Waschmaschinen und Trocknern ausgestattet wurden. Um den Menschen auch bei Dunkelheit ein Gefühl von Sicherheit zu geben, wurden acht 400-Watt-Strahler aufgestellt, die das Containerdorf komplett ausleuchten. Fotos:  Shuhaiber

Fuldatal. In der Erstaufnahme-Einrichtung in der Fritz-Erler-Anlage werden in der kommenden Woche die ersten Flüchtlinge untergebracht. In den drei Unterkünften gibt es Platz für 382 Menschen.

Künftig sollen bis zu 900 Menschen dort vorübergehend leben. Wir haben vorab einen Rundgang gemacht.

Jetzt ist es amtlich: Am Montag werden die ersten Flüchtlinge in die Erstaufnahme-Einrichtung auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal-Rothwesten einziehen. Aktuell bietet die Einrichtung Platz für 150 Menschen. In der kommenden Woche soll Platz für weitere 182 Flüchtlinge geschaffen werden.

Wie viele Flüchtlinge am Montag dort ankommen, ist bislang unbekannt. „Wir vermuten, dass wir diese Information am Wochenende vom Regierungspräsidium (RP) Gießen bekommen“, sagt Objektleiter Philipp Schulze vom RP Kassel.

Die Zuständigkeiten

Das RP Kassel wird künftig als Schnittstelle zu anderen Behörden dienen und „hoheitliche Aufgaben“ übernehmen. Betreiber wird wohl der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die Verträge sollen demnächst unterzeichnet werden, sagt RP-Sprecher Michael Conrad. Der Wohlfahrtsverband wird das Tagesgeschäft realisieren, soziale Angebote organisieren und eine ärztliche Sprechstunde mit Akutversorgung anbieten. Das Deutsche Rote Kreuz wird zudem eine Kleiderkammer in einem Container betreiben.

Die Bauarbeiten

Ausstattung: In den Zimmern gibt es Doppelstockbetten, die aus zwei Ikea-Betten bestehen, die mithilfe von selbst gebauten Verstrebungen zu Etagenbetten umfunktioniert wurden. Außerdem gibt es Tische, Stühle, Decken, Kissen und Schaumstoffmatratzen.

In den vergangenen sechs Wochen hatten das RP Kassel und das Hessische Baumanagement zunächst drei ehemalige Mannschaftsunterkünfte renoviert. Derzeit werden drei weitere Gebäude hergerichtet. Das Gelände wurde vom Wildwuchs befreit, mit Straßenbeleuchtung ausgestattet und eingezäunt. Neue Gas- und Stromleitungen wurden verlegt, Heizkörper eingebaut und Fluchtwege geschaffen. Die ehemalige Kasernenkantine wurde zu einer Essensausgabe umfunktioniert. Die Versorgung der Flüchtlinge übernimmt der Caterer Biond. Vor den Mannschaftsunterkünften ist ein Containerdorf entstanden. Dort sind die sanitären Anlagen, also Toiletten, Waschbecken und Duschen, untergebracht. Zwei Container wurden mit Waschmaschinen und Trocknern bestückt. Ein Sanitätercontainer wurde für die medizinische Versorgung durch den ASB eingerichtet. In einem abgeteilten Bereich stehen die Sicherheits- und Verwaltungscontainer sowie ein Waschcontainer und Dixi-Toiletten für die Mitarbeiter.

Die Ausstattung

Die Zimmer sind mit Doppelstockbetten ausgestattet, Kleiderschränke gibt es nicht. In den Unterkünften wurden Sozialräume eingerichtet. Hier sollen ein Stillraum, die Kinderbetreuung und soziale Treffpunkte entstehen. „Die Tische und Stühle in den Schlafräumen wurden von der Hochschule für Polizei und Verwaltung (HFPV) bereitgestellt“, berichtet Martin Gronemann, Büroleiter bei der Gemeinde Fuldatal, deren Baubetriebshof das Mobiliar abgeholt und aufgestellt hatte.

Bezugspläne

Die Bezugspläne geben vor, dass die Belegung der Zimmer in der Einrichtung nach Nationalität, Familienstand und Geschlecht unterschieden wird, eine Trennung nach Religion gibt es nicht.

Ein Video folgt im Laufe des Freitagabends.

Einblicke in die Erstaufnahme in Rothwesten

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.