Unternehmen will wachsen

Werbetechnik Zinke aus Fuldatal unter neuer Leitung

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Haben viel vor: Die Fuldataler Unternehmer Carsten Lotz und Henry Schaumburg (von links) haben die Werbefirma Zinke übernommen.

Fuldatal. Seit 40 Jahren liefert Werbetechnik Zinke schon Reklameschilder. Die beiden neuen Inhaber des Fuldataler Unternehmens wollen jetzt noch mal richtig durchstarten. 

Früher war das Anfertigen von Reklameschildern zuweilen ein mühseliges Geschäft. Schriftzüge mussten noch von Hand gezeichnet werden. „Wir haben Bleifolie mit Margarine auf Autos aufgezogen“, erzählt der Schilder- und Lichtreklamemeister Henry Schaumburg, der außerdem noch Siebdruckmeister ist. Habe man früher drei Tage für solche Reklameaufkleber benötigt, so seien diese heute – im Zeitalter von Digitaldruck und Plottern – in einer halben Stunde fertig.

Das ist auch gut so. Denn sonst hätten Schaumburg und die übrigen Mitarbeiter der bundesweit agierenden Fuldataler Firma Werbetechnik Zinke vor zwei Jahren ein echtes Problem gehabt. Denn damals mussten sie laut Schaumburg die Werbung auf 600 ehemaligen Eon-Fahrzeugen für den neuen Energieversorger EAM austauschen.

Schaumburg ist seit 30 Jahren in der Firma, die vor fast 40 Jahren ursprünglich in Kassel gegründet wurde. Jetzt will er noch mal richtig durchstarten. Zusammen mit dem Werbetechniker Carsten Lotz, der selbst 15 Jahre eine eigene kleine Firma betrieben hat, hat er Werbetechnik Zinke von seinem bisherigen Chef, Wolfgang Zinke, übernommen. Dieser habe sich aus Altersgründen zurückgezogen, sagt Schaumburg. Lotz und Schaumburg wollen die Belegschaft von derzeit acht auf mindestens ein Dutzend in den nächsten Jahren aufstocken.

„Wir wollen auch neue Maschinen kaufen, beispielsweise eine CNC-Fräse“, berichtet Lotz. Denn auch heute ist noch vieles Handarbeit in den Werkhallen von Zinke. Vor allem, weil die Fuldataler keine Reklame-Accessoires von der Stange anbieten. „Unsere Philosophie ist, das Individuelle und Besondere zu machen“, sagt Schaumburg. Billige Massenware gebe es im Internet genug.

Die beiden neuen Inhaber können anscheinend auf ein solides Fundament aufbauen. Zuletzt habe die Firma 1,3 Millionen Euro Umsatz gemacht, berichtet Schaumburg, und sei vielfältig aufgestellt. Zeugnisse dieser Vielfalt hat Zinke reichlich in der Region aufzuweisen: Den schwungvollen Schriftzug über dem Gloria-Kino in Kassel hat die Firma restauriert und mit LED-Technik versehen.

Für den Solarspezialisten SMA wurden Werbepylone mit integriertem Briefkasten angefertigt. Die drei Meter hohen „EAM“-Buchstaben im Foyer der Zentrale des Energieversorgers stammen ebenfalls aus der Zinke-Werkstatt, ebenso wie der vergoldete Schriftzug über dem Eingang der Kasseler Markthalle oder der Reklame-Ausleger am Stadtcafé an der Treppenstraße, für den das Zinke-Team einen Preis gewann. Doch auch in einer Reihe von Museen ist die Handschrift der Fuldataler Experten gegenwärtig, beispielsweise auf den Schildern der Kasseler Grimmwelt oder dem Kalkmuseum in Korbach. Kultur und Bildung müssen schließlich auch beworben werden. 

  www.zinke.com

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