Erste Sitzung hat stattgefunden 

Fuldataler Gesamtschüler üben sich in Politik

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Planspiel mit Nachwuchspolitikern: Erik Mundt (links) sprach für seine Fraktion im Schülerparlament des Wahlpflichtkurses Politik und Wirtschaft im Jahrgang neun der Gesamtschule Fuldatal. Sabrina Schomberg von der Fuldataler Gemeindevertretung führte durch die Sitzung, Bürgermeister Karsten Schreiber nahm Stellung zu den Anträgen der Schüler. Natürlich saßen beide nur für das Foto mit dem Rücken zum Parlament. 

Fuldatal. Wie Politik ganz praktisch funktioniert, das erleben die Schüler des Wahlpflichtkurses Politik und Wirtschaft im Jahrgang neun der Fuldataler Gesamtschule gerade hautnah.

Anfang April haben sie in ihrem Kurs ein Parlament gebildet und drei Fraktionen gegründet. Jetzt fand die erste Sitzung ihrer Schülervertretung statt. Geleitet wurde die Sitzung von Sabrina Schomberg, die Mitglied der Fuldataler Gemeindevertretung ist. Und wie in den Sitzungen der Kommunalpolitiker stand Bürgermeister Karsten Schreiber auch den Schülern Rede und Antwort.

Auch wenn es sich beim Schülerparlament samt Sitzung um ein Planspiel handelt - die Jugendlichen waren mit großem Ernst bei der Sache. Jeder hatte im Vorfeld eine Einladung mit Tagesordnung und allen erforderlichen Unterlagen bekommen. Auf der Tagesordnung fanden sich Anträge, die die Schüler in den Wochen zuvor in ihren Fraktionssitzungen erarbeitet hatten. So beantragte zum Beispiel die Fraktion C die Modernisierung der Jugendräume und deren Ausstattung mit Mac Books und iPads.

Wie im realen Gemeindeparlament stellten Vertreter der Fraktionen ihre Anträge vor, dann bat die Vorsitzende um Wortmeldungen. Für die Fraktion B trat Erik Mundt ans Rednerpult und nahm unter anderem Stellung zum genannten Antrag. „Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir meinen, dass es überflüssig ist, den Jugendraum mit iPads auszustatten. Der Jugendraum ist ja dazu da, damit Jugendliche miteinander kommunizieren und etwas zusammen unternehmen“, argumentierte der Schüler.

Das Planspiel ist Teil des Projektes „Politpaten“, die Idee dazu stammt von Sabrina Schomberg. „Ich wurde auf ein ähnliches Projekt aufmerksam und hab dann mit der Verwaltung, den Fraktionen und der Schule gesprochen“, erklärt die 25-jährige Jurastudentin. Gemeinsam mit dem Bürgermeister hat sie die Jugendlichen im Unterricht auf ihre Sitzung vorbereitet. Als Nächstes werden die Schüler am 22. Juni die Fuldataler Gemeindevertretersitzung besuchen.

„Mir ist das Projekt sehr wichtig“, sagt Karsten Schreiber. Mit dem Kurs wolle die Gemeinde versuchen, ein Zeichen gegen die sinkende Wahlbeteiligung zu setzen und Jugendliche für Politik zu interessieren. Bei den Neuntklässlern hat das schon gut funktioniert. „Ich fand es spannend zu sehen, wie so etwas in echt abläuft“, sagt Maren. Und auch Luana und Emely finden Politik nun viel interessanter, als sie vorher gedacht haben.

Eingebettet ist das Projekt im Unterricht in das Thema Kommunalpolitik, als Ergänzung zum theoretischen Lernen. „Ich bin froh, dass wir die Möglichkeit haben, das Thema so praktisch zu erleben“, sagt Lehrerin Henrike Behle und lobt das Engagement der Gemeinde. 

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