Wahrscheinlich bald kein Zuschuss mehr für Gebäude in Kirchbauna und Martinhagen

Gemeindehäuser auf Prüfstand

Nickel

Kreis Kassel/Baunatal. Die kurhessische Landeskirche muss innerhalb der nächsten Jahre viele Millionen Euro einsparen. Auch wenn es um die Erhaltung der Gemeindehäuser geht, soll der Rotstift angesetzt werden.

Nicht mehr alle Häuser sollen Zuschüsse von der Landeskirche für die Bauunterhaltung bekommen, um das wenige Geld auf die wichtigen Gebäude zu konzentrieren. Berücksichtigt werden soll im Kirchenkreis nur noch ein um 23 Prozent Nutzfläche verminderter Bestand.

Doch gegen diese Vorgabe des Landeskirchenamts regt sich Widerstand. Das wurde am Wochenende während der Synode des Kirchenkreises Kaufungen im Baunataler Ortsteil Rengershausen deutlich. Im Kirchenkreis hatten Mitglieder eines Synodalausschusses sämtliche 38 eigenen oder gemieteten Gemeindehäuser und -räume auf den Prüfstand gestellt. Am Ende sollten nur vier Häuser oder Räume aus dem Bedarfsplan gestrichen werden: Kirchbauna, Martinhagen, Eiterhagen und Ihringshausen. Dagegen wehren sich die Gemeinden Kirchbauna/Hertingshausen und Breitenbach/Martinhagen heftig, obwohl mit der Streichung nicht einmal die Vorgaben der Landeskirche erfüllt werden. Mit der Streichung würden die sehr engagierten Gemeindemitglieder in Martinhagen entmutigt, die allein vergangenes Jahr 5000 Euro an freiwilligen Kirchengeldern aufgebracht hätten, sagte Klaus Berndt Nickel vom Kirchenvorstand. Pfarrerin Corinna Luttropp-Engelhardt sagte, es sei nicht nachvollziehbar, warum Kirchbauna trotz seines sehr lebendigen Gemeindelebens die Förderung entzogen werde. Auch ihre Kollegin Cathrin Szameit aus Martinhagen meinte, das sei den Gemeindemitgliedern nicht zu vermitteln.

Zuschuss aufteilen

Die Synode forderte die Landeskirche auf zu prüfen, ob beide Gemeinden den jährlichen Zuschuss, der sich nach der Zahl der Mitglieder richtet, selbst auf jeweils beide Häuser verteilen dürfen. Diesem Vorstoß werden jedoch kaum Chancen eingeräumt.

Auch in Rengershausen muss die Kirchengemeinde sparen: Der Gebäudekomplex des dortigen Gemeindehauses ist überdimensioniert, steht teilweise leer. Man lasse noch dieses Frühjahr prüfen, ob eine teilweise Vermietung, ein Verkauf oder ein Umbau in Betracht komme, sagte Pfarrerin Andrea Brede-Obrok.

Die Synode beschloss außerdem den Etat für 2013. Er hat laut Dekanin Carmen Jelinek eine Finanzlücke von 213.000 Euro. Es zeichne sich ab, dass der Kirchenkreis selbst für seine Grundaufgaben zu wenig Geld habe. (pdi)

Von Peter Dilling

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