Kreis Kassel: Gute Radwege werden wichtiger

Bis 2030 wird laut Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Kassel der Radverkehr vom Umland nach Kassel, aber auch in Kassel selbst, stark zunehmen. Das wird in absehbarer Zeit die Anlage von sogenannten Radschnellwegen erforderlich machen. Unser Bild zeigt einen Radschnellweg, wie es ihn bereits in Göttingen gibt. Archivfoto: Gehlen

Kreis Kassel. Die Zukunft gehört dem Fahrrad, besser dem Elektro-Fahrrad, neudeutsch auch Pedelec oder E-Bike genannt.

Zumindest wird das Fahrrad im Landkreis Kassel wie auch in der Stadt Kassel im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln bis zum Jahr 2030 einen überproportionalen Aufschwung erleben - „auf Wegen mit Bezug zur Stadt Kassel um über 35.000 Fahrten pro Tag“, heißt es im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Kassel.

Gemeint ist damit vor allem der Pendlerverkehr vom Umland zum Arbeitsplatz nach Kassel und wieder zurück. „Das erfordert eine weitere deutliche Verbesserung des Radwegenetzes in und um Kassel in den kommenden Jahren“, sagt Uwe Koch, Sonderfachdienstleiter beim Landkreis Kassel, und meint damit vor allem die sogenannten Komfort-Routen oder Radschnellwege für Radfahrer. Sie sind in ihrer Bauart deutlich breiter angelegt als normale innerörtliche Radwege, sie folgen einem relativ geraden Linienverlauf und sind im optimalen Fall kreuzungsfrei. „Ziel ist dabei, den Radfahrern ein möglichst zügiges und sicheres Fahren zu ermöglichen - aber auch, um damit Pedelecs und E-Bikes als Verkehrsmittel für Pendlern noch interessanter zu machen.“

Derzeit sind drei dieser Radschnellwege im Gespräch, einer soll von Baunatal nach Kassel (12 Kilometer), einer von Vellmar nach Kassel (8 Kilometer) und ein dritter von Kaufungen nach Kassel (12 Kilometer) führen. Diese Routen sind als Radwege auch schon vorhanden, jedoch entsprechen sie an vielen Stellen noch nicht den Anforderungen eines Radschnellweges. Gleiches gilt für innerörtliche Radwege in den Kommunen des Landkreises, die noch Lücken oder eine unzureichende bauliche Substanz aufweisen.

Hintergrund für die Einladung des Landkreises Kassels an die Kommunen, sich um Projekte zur Verbesserung der eigenen Radwegesituation zu bemühen, sind neue Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen Kreis- und Landesebene in Sachen Förderung von Radwege-Projekten. „So wird demnächst die „AG Nahmobilität Hessen“ gegründet, bei der es nicht nur darum geht, Kommunen fahrradfreundlich zu machen, sondern auch darum, das Land in Sachen Finanzhilfen für die Kommunen künftig stärker in die Pflicht zu nehmen“, sagt Koch.

Bislang stehen dem Landkreis lediglich 50.000 Euro pro Jahr für die Übernahme von Planungskosten oder Baukosten bei kleineren Projekten wie Lückenschlüssen zur Verfügung. „Damit können wir aber nicht wirklich die Kommunen bei größeren Projekten wie Radschnellwegen unterstützen“, sagt Koch. Grundsätzlich sieht er den Landkreis als Vermittler zwischen kommunaler Ebene und Landesebene. „Wenn wir als Region fahrradfreundlicher werden wollen - was wir auch sollten - müssen wir das dem Land mit Projekten auch zeigen können.“ Andernfalls würde sich am Status quo nur wenig ändern. Und der sieht bislang so aus, dass bei über 90 Prozent aller Radwegeflächen die Städte und Gemeinden die alleinigen Baulastträger sind.

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