Gymnasien im Landkreis Kassel: Vorerst keine weiteren Kürzungen

Kreis Kassel. Das hessische Kultusministerium hat die angekündigte Kürzung von Lehrerstellen in Hessen zurückgenommen. Gymnasien im Landkreis Kassel atmen auf.

80 Stellen wären im kommenden und weitere 75 in dem darauffolgenden Schuljahr betroffen gewesen. Das hätte auch Auswirkungen auf die Personalplanung in Gymnasien gehabt, die von Schülern aus dem Landkreis Kassel besucht werden.

In der Region Kassel seien durch die bereits gestartete Umverteilung im vergangenen Jahr sechs Lehrerstellen à 26 Stunden verloren gegangen - damit habe man zum Beispiel junge, gut qualifizierte Referendare nicht einstellen können, erläutert Boris Krüger, der als Kasseler Kreisvorsitzender des Hessischen Philologenverbands (HPhV) die Lehrer vertritt.

An der Herderschule konnten 1,5 Stellen nicht besetzt werden, sagt Schulleiter Martin Sauer von der Herderschule (120 Lehrkräfte in Voll- und Teilzeit). Die etwa 39 Stunden, die dadurch fehlten, hätten etwa einen weiteren Sport-Leistungskurs ermöglicht. Trotz großer Nachfrage sei dieser aufgrund des Lehrermangels nicht zustandegekommen. Andere Kurse mit wenigen Schülern hätten zudem zusammengelegt werden müssen und das Fach hatte von drei auf zwei Stunden reduziert, so Sauer.

Ähnlich sah es auch an der Georg-Christoph-LichtenbergSchule (derzeit 54 Lehrkräfte in Voll- und Teilzeit) aus: Der stellvertretende Schulleiter Markus Crede berichtet, im Schuljahr 2015/2016 habe man keine zusätzliche Lehrerstelle schaffen können. Im vergangenen Jahr sei man aber mit der Planung der Kurse „geradeso hingekommen“.

Laut Boris Krüger vom Philologenverband hätten sich die Pläne des Ministeriums langfristig auf die Noten der Schüler ausgewirkt: „In einem vollen Kurs können sich Schüler schlechter beteiligen.“ Auch ein attraktives Angebot sei mit Kürzungen dieser Art nicht aufrechtzuerhalten.

Das Kultusministerium hatte geplant, die gesparten Stellen in andere Bildungsbereiche zu verlegen - zum Beispiel in die pädagogische Betreuung von Flüchtlingen. Aktuelle Schülerzahlen und vorhandene Spielräume im Etat hatten die Landesregierung zur Kehrtwende gebracht.

Die heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Brigitte Hofmeyer und Timon Gremmels führen Lorz’ Entscheidung auf den Protest von Schülern und Lehrern zurück. Nur Abstand von noch nicht vollzogenen Kürzungen zu nehmen reiche jedoch noch lange nicht aus, teilen sie mit.

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