SPD und CDU hebeln die Freien Wähler in Espenau aus

Der neue Gemeindevorstand: Bürgermeister Carsten Strzoda (parteilos, von links), Ralf Noll (SPD), Hans-Dieter Muchow, Hans-Wolfgang Kurzenknabe (CDU), Werner Exler und Helmut Opfermann (FWG), Gemeindevertretervorsitzender Wilfried Reh gratulierte. Foto: nh/Repro: Dilling

Espenau. Die Freien Wähler (FWG) haben bei der Kommunalwahl in Espenau mit fast 39 Prozent erstmals die meisten Stimmen eingefahren und SPD, CDU und Grüne Liste (GLE) auf die Plätze verwiesen. Doch bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am Montag mussten sie eine Schlappe hinnehmen: Helmut Opfermann, ihr Kandidat für das Amt des Ersten Beigeordneten, unterlag in geheimer Wahl mit neun zu zwölf Stimmen dem SPD-Mann und bisherigen Amtsinhaber Ralf Noll, weil CDU und SPD gemeinsam ihre eigene Liste für den Gemeindevorstand aufstellten.

Immerhin: Der bisherige FWG-Fraktionschef Wilfried Reh wurde einstimmig zum Gemeindevertretervorsitzenden gewählt.

CDU (vier Sitze) und SPD (acht Sitze) haben zusammen gegenüber der FWG (neun Sitze) und den Grünen (zwei Sitze) die Mehrheit. Leidtragende des Schulterschlusses zwischen CDU und SPD ist auch die Grüne Liste Espenau (GLE), die ihren Sitz im Gemeindevorstand verlor. Allerdings wären die Grünen wohl auch so nicht zum Zuge gekommen. Denn für ihren Wahlvorschlag gab es nur eine Stimme. Es waren aber beide Grünen-Vertreter bei der Wahl anwesend. Eine Stimme, so bestätigt Albrecht Bertelmann von der Gemeindeverwaltung, war beim Wahlgang ungültig.

„Hier haben zwei Wahlverlierer einen Pakt geschlossen, um ihre Posten behalten zu können.“ Mit diesen Worten kommentierte die neue FWG-Fraktionschefin Susanne Baberuxki das Verhalten von SPD und CDU. „Der Erste Beigeordnete hätte uns als stärkster Fraktion zugestanden“, meinte sie weiter. Sie hoffe, „dass es bei diesem Handel nur um die Vergabe der Posten ging“ und Sozialdemokraten und Union keine weitergehenden Verpflichtungen für künftige Sachentscheidungen in der Gemeindevertretung eingegangen seien.

Volker Knebes, Fraktionschef der SPD, betonte auf Anfrage der HNA, dass es keine Koalition oder koalitionsähnlichen Absprachen mit der CDU gebe. Allerdings habe die SPD in der Vergangenheit häufig mit der Union einen guten Konsens in Sachfragen erzielt.

Dem neuen Gemeindevorstand gehören außerdem Hans-Wolfgang Kurzenknabe (CDU), Klaus-Dieter Grede (SPD), Hans-Dieter Muchow (CDU), Helmut Opfermann, Werner Exler und Peter Meyer (FWG) an. Vertreter des Gemeindevertretungsvorsitzenden Reh sind dessen Vorgänger Jürgen Knauf (SPD), Thorsten Wiemers (CDU) und Theo Grimm (GLE). (pdi)

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