Autobahn-44-Bau: SPD plädiert gegen B7 als Autobahn-Provisorium

Dicht für Lkw-Durchfahrtsverkehr: Aus Lärmschutzgründen ist die B7 ab Kassel in Richtung Helsa in beiden Richtungen für den überregionalen Lastverkehr gesperrt. Dieses Verbot könnte kippen, wenn die A44 von Osten kommend voraussichtlich im Jahr 2020 fertig ist. Foto: Naumann

Helsa/Kaufungen. Auf Kritik seitens der SPD stößt die mögliche Aufhebung des Lkw-Durchfahrtsverbotes auf der B7 zwischen Kassel und Helsa nach Fertigstellung des von Osten kommenden A44-Teilstücks voraussichtlich im Jahr 2020.

„Es ist nicht akzeptabel, wenn Hessen Mobil und das Regierungspräsidium Kassel der Meinung sind, dass bis 2020 noch viel Zeit sei und dass sich das Lkw-Lärmproblem auf der B7 von ganz alleine löse, wenn erst einmal der A44-Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost fertig sei“, sagen die SPD-Abgeordneten Ulrike Gottschalck aus Kassel (für den Bund), Wolfgang Decker aus Kassel und Timon Gremmels aus Niestetal (beide für das Land).

„Weil die Streckenführung im Lossetal bis heute noch nicht klar ist und Minister Tarek Al-Wazir gerade das Dialogverfahren vor Ort ausgesetzt hat, wird es mehrere Jahre dauern, bis der Lückenschluss zwischen Helsa und Kassel endlich kommt“, sagen die Abgeordneten.

So müsse bereits heute darüber nachgedacht werden, wie der Lärmschutz für die Anwohner im Lossetal auch für diese Übergangszeit sichergestellt werden könne. „Auch erwarten wir vom Verkehrsminister eine geeignete Lösung für die Neugestaltung der Anschlussstelle Kassel-Ost, die die Kasseler Stadtteile sowie Lohfelden und Kaufungen-Papierfabrik vor zusätzlichem Lärm und Durchfahrtsverkehr schützt“, sagt Decker.

In diesem Zusammenhang haben Gremmels und Decker nun eine Kleine Anfrage in den Landtag eingebracht. Minister Al-Wazir (Grüne) dürfe nicht auf Zeit spielen, sagen die Abgeordneten. „Es darf nicht sein, dass die B7 zwischen Helsa und Kaufungen möglicherweise als Autobahn-Provisorium missbraucht wird.“ In der Kleinen Anfrage wird unter anderem die Frage gestellt, ob die einst für das derzeit gültige Lkw-Fahrverbot vorliegenden Gründe (Lärmschutz) nicht auch noch nach der Verkehrsfreigabe des A44-Teilstücks zwischen Hessisch Lichtenau und Helsa-Ost ihre Gültigkeit haben. Der Hessische Landtag muss die Anfrage innerhalb von sechs Wochen beantwortet haben.

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