Schwerlaster hätten sonst keine Durchfahrtsmöglichkeit

A44 von Kassel-Ost bis Helsa stellt Lkw-Sperre auf B7 infrage

Dicht für Lkw-Durchfahrtsverkehr: Die B  7 ab Kassel in Richtung Helsa ist in beiden Richtungen für den überregionalen Lastverkehr gesperrt. Dieser muss auf die A  7 und A  38 südlich von Göttingen ausweichen. Unser Bild zeigt die B  7 in Kaufungen-Papierfabrik unmittelbar an der Kreuzung Leipziger Straße. Foto: Naumann

Helsa. Es wird noch bis mindestens zum Jahr 2020 dauern, bis der aktuell im Bau befindliche A44-Abschnitt zwischen Hessisch Lichtenau und Helsa-Eschenstruth freigegeben wird.

Doch wenn der 4,2 Kilometer lange Hirschhagentunnel fertig ist, wird zumindest der von Osten kommende Lkw-Verkehr ein Problem haben. Denn nach jetzigem Stand ist die B 7 für Lkw-Durchfahrtsverkehr gesperrt. Grund: der Lärmschutz.

Wohin also mit den ganzen Lastern, die dann von Osten kommend Richtung Kassel wollen? Werden sie dann womöglich auf die alte Überlandstrecke, also die Leipziger Straße und damit durch die Ortskerne von Helsa und Kaufungen, geleitet, um ihren Weg fortsetzen zu können?

Dieses Szenario hält Tilo Küthe (SPD), Bürgermeister von Helsa, für unwahrscheinlich. „Die K  7 ist für eine Lkw-Umleitung überhaupt nicht leistungsfähig genug“, sagt Küthe. Das sei bereits im Zuge eines Versuchs der Gemeinden Kaufungen und Helsa mit einem Schwerlaster eindringlich bewiesen worden. Zu dieser Einschätzung kommt auch Kaufungens Hauptamtsleiter Carsten Marth. „Die Ortskerne sind für Lkw-Verkehr völlig ungeeignet.“ Viel wahrscheinlicher sei es, dass das Lkw-Fahrverbot auf der heutigen B 7 zwischen der Anschlussstelle Helsa-Ost und der A 7 bei Kassel wieder aufgehoben werde, ist sich Küthe sicher. Doch ist das so einfach umsetzbar? Denn immerhin war das Durchfahrtsverbot einst aus Gründen des Lärmschutzes eingerichtet worden. Es würde sich also ein Widerspruch ergeben, wenn der Aspekt Lärmschutz plötzlich keine Rolle mehr spielte.

„Für den Fall, dass der Ausbau der A  44 bei Helsa-Ost vorübergehend endet, wäre eine Neubewertung der Situation vor Ort durch die zuständige Verkehrsbehörde notwendig“, sagt Horst Sinemus von Hessen Mobil. Mit anderen Worten: Der Notwendigkeit, den Lkw die Weiterfahrt auf der B 7 nach Kassel zu ermöglichen, könnte dann eine höhere Priorität eingeräumt werden als dem Anwohner-Schutz vor einer möglicherweise unzumutbaren Beeinträchtigung durch Lärm und Abgase. Davon geht auch das Regierungspräsidium Kassel (RP) aus – als zuständige Verkehrsbehörde hatte es einst das Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B  7 angeordnet. „Sollte irgendwann die A  44 von der Anschlussstelle Wommen ganz im Osten bis nach Helsa durchgängig befahrbar sein, so ist das sicherlich ein Anlass, über die Aufrechterhaltung des Fahrverbotes für Lkw auf der B 7 nachzudenken“, sagt RP-Sprecher Michael Conrad.

Allerdings sei es noch viel zu früh, über mögliche Konsequenzen oder Nachteile nachzudenken. „Bis es so weit ist, werden noch Jahre vergehen“, sagt Conrad. Auch Hessen-Mobil-Sprecher Sinemus sieht keinen Grund zur Aufregung, „Der Gesetzgeber hat die Notwendigkeit des A44-Neubaus bis Kassel bestätigt“, sagt er, was anders gesagt bedeutet: Auch der letzte A44-Abschnitt Kassel-Helsa wird irgendwann gebaut werden – womit sich dann auch das Lärmproblem durch Lkw-Verkehr auf der B 7 erledigt hätte.

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